Lauch
Allgemeines
Der Lauch gehört zu den Zwiebelgewächsen (Alliaceae), ist also verwandt mit den
Zwiebeln und dem Knoblauch. Bereits bei den alten Ägyptern, Römern und Griechen
bekannt, stammt der Lauch wahrscheinlich aus dem Mittelmeerraum. Man nimmt an,
dass er sich aus dem wildwachsenden Acker- oder Sommerknoblauch entwickelt
hat. Er stellt keine besonderen Ansprüche an seinen Standort und wird in vielen
Ländern Europas, neben Deutschland auch in Belgien, Frankreich, Italien, den
Niederlanden, Spanien, der Türkei und in Ägypten angebaut.
Aus historischen Zeugnissen wie 3000 Jahre alten Keilschrifttafeln der Assyrer
und dem alten Testament geht hervor, dass schon damals Lauch kultiviert wurde,
und für die Menschen unserer Breiten im Mittelalter war das Gemüse gerade im
Winter als frische Kost enorm wichtig. Die Benediktinermönche des
Mittelalters haben gewissenhaft ihr Erfahrungen mit eventuellen
Heilwirkungen von Pflanzen niedergeschrieben und haben in ihrer Zeit
festgehalten, dass man Lauch nicht roh essen solle, sondern gekocht oder
eingelegt in Essig oder Wein, damals Beize genannt. Eine desinfizierende
Wirkung wird beschreiben und auch eine Heilwirkung bei Wunden und Tierbissen
soll beobachtet worden sein
Die Lauchpflanzen bilden lange, runde, zwei bis drei Zentimeter dicke Stangen,
die aus im unteren Bereich zusammengewachsenen lanzenförmigen weißen, nach
oben auseinandergehenden und ins Grüne übergehenden Blättern. Die Blüten der
Lauchpflanzen sind kugelrund und weißlich-grün.
Die Pflanzen wachsen in etwa 20 Zentimeter tiefen Furchen heran, und durch
mehrmaliges Anhäufeln wird verhindert, dass die Lauchstangen dem Licht
ausgesetzt sind, um so die weiße Farbe zu erreichen. Man unterscheidet je nach
Erntezeit Sommer-, Herbst- und Winterlauch. Winterlauch ist frosthart und
bleibt über Winter auf dem Feld, wo er ständig frisch geerntet werden kann, außer
bei Frost. Er lässt sich aber auch in einer Miete lagern.
Sorten
Der sogenannte Bleichlauch oder „Gelber Lauch“ ist sehr hell, fast weiß, da er
durch Lichtentzug während des Wachstums künstlich gebleicht wurde. Ist er
längere Zeit dem Tageslicht ausgesetzt, wird er grün.
Aus der Türkei stammt eine besonders lange Variante, der Meterlauch, der bis zu 80
Zentimeter lang ist.
Die mildeste Zuchtform des Lauchs, der Porree, auch Gemüselauch genannt, wird
bei uns am häufigsten kultiviert. Der Name "Porree“ wird häufig
umgangssprachlich als Synonym für „Lauch“ verwendet. Der Porree bildet
hellpurpurne bis grünliche Blüten und kleine runde Nebenzwiebelchen.
Unter der Bezeichnung „Perlzwiebeln“ sind bei uns die weißen, runden,
haselnussgroßen Nebenzwiebeln des Perllauchs, auch als Weinlauch oder
Essigzwiebel bezeichnet, bekannt, die in Essig eingelegt in Konserven im
Handel sind. Auch die Silberzwiebel, die zarte, milde Brutzwiebel des Lauchs,
ist überwiegend als Sauergemüse in Konserven erhältlich. Schaschlikzwiebel
wird die etwas größere, leicht abgeplattete, milde und leicht süßliche
Perlzwiebel genannt, weil sie wegen ihrer Form und des angenehmen Geschmacks
gern für Schaschlikspieße verwendet wird.
Der Sommerlauch, die zarte hellgrüne Frühkultur des Lauchs mit relativ dünnem
Schaft, den man sogar roh verzehren kann, heißt auch Bundlauch, Frühlauch,
Junglauch oder Suppenlauch. Der Winterlauch dagegen hat einen dickeren Schaft
mit dunkelgrünem Laub. Er ist derber und schwerverdaulich. Vor der
eigentlichen Zubereitung blanchiert ist er bekömmlicher.
Ausschließlich der Zierde dienend ist die dekorative Lauchsorte Allium
sphaerocephalon. Die sehr sonnenbedürftige Pflanze wird bis zu einem Meter
hoch und treibt im Juli dunkelrote Blüten.
Einkauf und Lagerung
Frischer Lauch ist fast das ganze Jahr über erhältlich. Die Erntezeit für den
zarten Sommerlauch mit hellem, schlankem Schaft und einer etwas weicheren,
loseren Struktur beginnt im Juni, gefolgt vom Herbstlauch ab September bis
November oder Dezember. Bis ins Frühjahr hinein ist dann der kräftigere
Winterlauch mit einem kürzeren, dickeren Schaft und einem intensiveren
Geschmack zu bekommen. Vom Frühjahr bis zum Juni ist dann Ware aus dem Anbau unter
Folie oder Glas auf dem Markt.
Bezüglich der Nährwerte des Lauchs ist der Weißanteil im Schaft unerheblich.
Wichtig ist es, beim Einkauf auf frische, feste, fächerartig nach oben stehende
Blattspitzen zu achten, da welker Lauch schon viele wertvolle Vitamine
verloren hat. Sind die Blätter, was häufig der Fall ist, angeschnitten, dürfen
die Schnittstellen nicht welk aussehen. Die Wurzelhaare sollten weiß und nicht
bräunlich sein. Zwiebelartige Verdickungen sollten die Lauchstangen nicht
aufweisen.
Im Gemüsefach des Kühlschranks kann Lauch etwa eine Woche aufbewahrt werden. Da
Lauch ethylenempfindlich ist, sollte er nicht in der nähe von Äpfeln oder Birnen
aufbewahrt werden, da deren Reifegas ihn beeinträchtigt. Umgekehrt
beeinträchtigt Lauch mit seinen starken Aromastoffen andere empfindliche
Lebensmittel wie Butter, viele Obstsorten und Blumenkohl, zwar nicht von der
Qualität, aber in Bezug auf den Geruch. Reste zum Beispiel eines Bundes Lauch
kann man auch geputzt, gewaschen und kleingeschnitten in Frischebehältern für
zwei Tage im Kühlschrank frisch halten.
Inhaltsstoffe und Gesundheit
Lauch enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, was ihn
ernährungsphysiologisch wertvoll macht. Da sind vor allem Provitamin A,
wichtig für die Sehfähigkeit, die Vitamine B1, B2, C und E sowie Inulin, Kalium,
Natrium und Phosphor zu nennen. Eine infektionshemmende und heilende Wirkung
verdankt der Lauch den schwefelhaltigen Inhaltsstoffen. Außerdem wird durch
den Genuss von Lauch die Nierentätigkeit gefördert, der Bildung von
Nierensteinen entgegengewirkt und eine Anregung der Verdauung und der
Gallentätigkeit bewirkt. Auch bei Bronchialerkrankungen ist Lauch
hilfreich. Der einzige Nachteil des Lauchs ist, dass er Blähungen verursachen
kann.
Verwendung
Da Lauchstangen häufig beim Wachsen Erde einschließen, müssen sie vor der
Verwendung gründlich gesäubert werden. Am besten entfernt man die äußersten
Blätter und den Wurzelansatz und schneidet die Lauchstangen der Länge nach von
oben tief ein, bis kurz über dem Ende. Unter fließendem Wasser kann man sie nun gut
auswaschen.
Lauch bietet viele verschiedene Zubereitungsmöglichkeiten und damit
Abwechslung auf dem Speiseplan. Gekocht, gedämpft, gedünstet oder
gratiniert, in Eintöpfen und Aufläufen, Quiches oder als zarte, schmackhafte
Gemüsebeilage zu Fleisch oder Fisch, ist Lauch delikat und gesund. Auch
Gemüsesuppen verleiht er mit seiner Würze einen gewissen Pfiff. Soll Lauch als
Rohkost verzehrt werden, sollte er, abgesehen von ganz jungen
Sommerlauchstangen, blanchiert werden.