Forscher warnen vor Diät während der Schwangerschaft
Diäten während der Schwangerschaft können schon in der Frühphase Gesundheitsprobleme des Kindes auslösen
Heute entspricht es dem medizinischen Kenntnisstand und ist
den meisten werdenden Müttern bewusst, dass während der
Schwangerschaft eine ausgewogene Ernährung mit normaler
Nährstoffzufuhr die Basis für eine gute körperliche Entwicklung
ihres Kindes bildet Dagegen kann eine strenge Diät, die zur
Gewichtsabnahme führt, verschiedene gesundheitliche
Beeinträchtigungen des Neugeborenen zur Folge haben.
In welchem erheblichen Ausmaß sich aber die
Ernährungsgewohnheiten schon der ersten Schwangerschaftswochen auf
die Disposition des Kindes auswirken könnten, lassen die jüngsten
Ergebnisse einer von der Universität Nottingham an Schafen
durchgeführten Untersuchungsreihe vermuten.
Die Studie im Rahmen des mehrjährig angelegten europäischen
Projekts, „The Early Nutrition Programming Projekt“, in dem
Wissenschaftler aus 16 Staaten in interdisziplinären Forschungen
Erkenntnisse über die Einflüsse der Ernährung auf die frühesten
menschliche Entwicklung zu erlangen hoffen, wirft neue Aspekte im
Zusammenhang mit der späthehreren Veranlagung zu Übergewicht und
Diabetes auf.
Studie an Schafen: Diät in der Schwangerschaft reduziert die Fähigkeit zur Fettverbrennung
Die Untersuchung an Schafen hat gezeigt, dass Lämmer, deren
Mütter eine strikte Diät während der frühen Schwangerschaft gehalten
hatten, und die später dick wurden, eine verminderte Fähigkeit zur
Fettverarbeitung im Vergleich zu ebenfalls dicken Lämmern aufwiesen,
deren Mütter sich aber normal ernährt hatten. Dieses Defizit äußerte
sich darin, das die Lämmer das nicht abgebaute Fett in den Organen
einlagerten.
Mike Symonds, Professor für Entwicklungsphysiologie, führt
aus, dass Schafe sich besonders gut für vergleichende Untersuchungen
eigneten, weil ihre Schwangerschaft von ähnlich langer Dauer sei wie
die menschliche, und die Lämmer in einem dem Menschen entsprechenden
Entwicklungsstadium zur Welt kämen. Auch folge der Fettansatz den
selben Mechanismen- mangelnde Bewegung und zu hohe Nährstoffzufuhr
führten jeweils zur Bildung des Fettgewebes.
Die Ergebnisse zeigten außerdem, dass die Lämmer von hungernden
Müttern, sobald sie Fett ansetzten, schneller erhebliche
Stoffwechselstörungen als Symptome der Insulinresistenz zeigten.
Durch diese Beeinträchtigung der Stoffwechselvorgänge bekommen die
Lämmer es somit früher mit nachteiligen Konsequenzen des Übergewichts
zu tun als andere ebenso übergewichtige Tiere.
Die Bedeutung ausreichender Nährstoffzufuhr in der frühen Schwangerschaft
Übergewichtige Jugendliche bilden ohnehin schon mit
sehr viel höherer Wahrscheinlichkeit Stoffwechselstörungen heraus
als normalgewichtige. Sofern sich die vorliegenden
Untersuchungsergebnisse von Schafen auf Menschen exakt übertragen
ließen, bedeutete dies aber außerdem, dass dicke Heranwachsende,
deren Mütter während der Schwangerschaft hungerten und Gewicht
reduzierten, noch früher mit den daraus folgenden
Gesundheitsproblemen zu kämpfen hätten als andere übergewichtige
Teenager.
Professor Symonds betont, dass dieses Ergebnis alle
werdenden Mütter ermahnen soll, in jedem Schwangerschaftsabschnitt
unbedingt auf eine ausgewogene und normale Nahrungszufuhr zu achten.
Frauen, die ihr Gewicht zügig wieder stabilisieren möchten, sollten
im Hinblick auf eine künftige Schwangerschaften lieber schon vorher
ihr Gewicht reduzieren und nach der Schwangerschaft mit viel Sport
und gesunder Ernährung für einen schnellen Rückgang der
eingelagerten Reserven sorgen.
Die gesamte Studie wurde im Journal of the Federation of American
Societies of Experimental Biology am 01. Mai 2009 veröffentlicht
