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Eigene Wahrnehmung [Beitrag #548431] Fr, 24 Januar 2014 10:20 Zum nächsten Beitrag gehen
SweetyGonzales
Beiträge: 58
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Ort: Nürnberg
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Hallo in die Runde!

Wir kennen alle Fälle von Bulimie, wenn vielleicht auch nicht persönlich, aber irgendwo hat man schon mal gehört, dass sich Menschen trotz kurz vor'm Hungertod stehend immer noch fett fühlen und auch sehen, wenn sie sich im Spiegel betrachten. Etwas was mir persönlich unbegreiflich war, wie man so eine krasse Wahrnehmungsstörung haben kann und sich als fett empfindet, wenn doch überall die Knochen rausschauen.

Was mich gerade bewegt hat ist aber keine Bulimie, denn ich persönlich bin alles andere als Magersüchtig. Ich bin einfach nur fett. Das Problem geht eigentlich in die andere Richtung. Ich fühl mich nicht fett. Und wenn ich in den Spiegel sehe, dann sehe ich durchaus dass ich 20kg mehr auf den Rippen habe als vor 5 Jahren, aber ich würde mich einfach nur mollig nennen und ich fand bislang, dass ich das ganz gut kaschieren kann. Bis vor 5 Min. als ich auf facebook ein Foto von mir und meinem Mann gesehen habe, dass auf einer Hochzeit geschossen wurde. Oh mein Gott, das ist nicht mollig, das ist fett! Und von wegen kaschieren. Ich sehe aus wie eine Quetschwurst, die sich einwenig aufgepimpt hat mit Schminke.

Ich bin gerade sowas von schockiert, dass ich echt sprachlos bin. Am liebsten würde ich das Foto nehmen und jedem unter die Nase halten und fragen, sehe ich wirklich so aus? Ehrlich jetzt? Shocked

Ich meine ich weiß, dass ich mit meinen 73,3 kg bei 163cm Körpergröße Übergewicht habe und 18kg von meinem Idealgewicht entfernt bin, aber dass ich so grausam dabei aussehe, erzählt mir mein Spiegelbild nicht. Die SweetyGonzales, die ich sehe und kenne ist trotz ihren Kilos agil, wendig und höchstens etwas kompakt. Die SweetyGonzales, die auf dem Bild zu sehen ist, sieht eher aus als ob sie einen Kran braucht morgens, um aus dem Bett gehievt zu werden. Shocked

Warum gehen Selbstwahrnehmung und Tatsache so auseinander? Und welches Bild stimmt jetzt von mir?
Kann Psyche Sehkraft beeinflussen? Ich meine ich gucke mich doch jeden Tag mit den selben Augen an. Confused

Echt scary!

Schockierte Grüße,
SweetyGonzales
Aw: Eigene Wahrnehmung [Beitrag #548494 ist eine Antwort auf Beitrag #548431] Sa, 25 Januar 2014 19:06 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Skorpine ist gerade offline  Skorpine
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Sorry, aber eines möchte ich gleich mal richtig stellen: man muss nicht magersüchtig sein, wenn man Bulemie hat. Das sind zwei paar verschidene Stiefel! Es gibt durchaus Bulemiker mit 150 kg Körpergewicht. Also soviel erst einmal hierzu.

Auch finde ich, daß Du Dein eigenes Bild sehr extrem beschreibst. Warum Dein Glück von gerade mal einem einzigen Bild abhängig machen, wenn Du Dich ansonsten scheinbar wohlfühlst mit Deinem Gewicht? Also so habe ich das zumindest verstanden. Meinst nicht, dass Deine Panik bisschen verkünstelt hast??

Und zuletzt noch: ja, die Psyche kann das Selbstbild durchaus beeinflussen. Aber das liegt nicht am Sehvermögen sondern an der Selbstwahrnehmung. Und die Frage, welches Bild nun für Dich (!!!) stimmig ist oder nicht oder warum Dich dieses eine Bild dann tatsächlich so enorm stört und aus der Fassung bringt, das musst dann besser von fachmännischer Hilfe beleuchten lassen, wenn Du damit jetzt auf einmal so ein großes Problem damit hast und in Panik verfällst. Die Frage kannst eigentlich nur Du Dir selbst beantworten.

Ich glaube, dass jeder Mensch das Gefühl kennt, dass man sich einfach mal unwohl in der eigenen Haut fühlt, obwohl sich ja von einem Tag auf den anderen Tag rein faktisch nix gändert hat. Solange es nur mal ein schlechter Tag ist, an dem man sich auch grauslig im Spiegel findet, ist das doch durchaus ne ganz normale Sache.

Also warum die ganze Pankik... Rolling Eyes


Ausgangsgewicht: 147 kg (Höchststand im Jahr 2005)
Mein Zielgewicht: 80 kg (irgendwann Wink)

* Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemanden überholt werden. (Marlon Brando)
* Fange nie an aufzuhören und höre nie auf anzufangen.


*Mein Tagebuch * Meine Bilder * Mein Sporttagebuch
Aw: Eigene Wahrnehmung [Beitrag #548556 ist eine Antwort auf Beitrag #548494] So, 26 Januar 2014 23:18 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
SweetyGonzales
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Ort: Nürnberg
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Hallo Skorpine,

zunächst einmal danke für Deine Antwort und auch dafür, dass Du richtig gestellt hast, dass Bulimie nicht unbedingt mit Magersucht einhergehen müssen. Das wusste ich nicht und habe dank Dir dazu gelernt.

Zum Rest Deines Beitrages möchte ich gerne auch etwas klar stellen, nämlich keine Sorge bitte ich bin nicht in Panik. Dazu gibt es keinen Grund, ich schrieb dass ich auch vor dem Bild wußte, dass ich 18kg zuviel auf den Rippen habe und wohl fühlte ich mich auch schon vorher nicht damit, ich bin ja auch aktiv dabei abzunehmen. Ich sagte vielmehr dass ich sprachlos und erschrocken bin - nicht über mein Übergewicht, sondern über die Optik. Also rein visuell. Wenn ich nämlich in den Spiegel schaue, dann finde ich sieht man mir mein Übergewicht nicht so großartig an. Ich dachte immer, dass ich meine Kilos gut verstecken kann. Dieses Bild allerdings sprach eine andere Sprache. Ich sehe optisch noch fetter aus als ich mich in meinem Spiegelbild täglich wahrnehme. Der Unterschied ist so groß, dass ich mich erschrocken habe.

Ehrlich gesagt habe ich von meinem Umfeld, welches mich ständig damit konfrontierte, dass ich aber ordentlich zugelegt hätte nicht viel irritieren lassen. Ich dachte mir naja die übertreiben, weil sie mich eben ihr Leben lang nur mit 52kg kannten und es ist nur ungewohnt ist für die - für mich ja auch. Aber sooo schlimm ist es nun auch wieder nicht. Bis ich eben dieses Bild sah, wenn ich wirklich so aussehe, dann kann ich es wiederum verstehen.

Offensichtlich muss also mit meiner Selbstwahrnehmung etwas nicht stimmen und ich frage mich, wie das Gehirn schafft sowas hinzubekommen. Vor allem warum?

Liebe Grüße,
SweetyGonzales
Aw: Eigene Wahrnehmung [Beitrag #548709 ist eine Antwort auf Beitrag #548556] Mi, 29 Januar 2014 10:36 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Lisa
Beiträge: 2298
Registriert: März 2009
Senior Member
Hallo SweetyG.,

mir hat mal ein Lehrer vor Jaaaahren in der Schule gesagt, dass Fotografien die Wahrheit sprechen und man so aussieht wie auf ihnen. Das hab ich mir immer ins Gedächtnis gerufen bei meinem Leidensweg namens "Abnehmen". Allerdings ist man selbst auch immer am kritischsten mit sich selbst. Ich finde die meisten Fotos von mir auch echt grausam. Heute noch. Und ich habe die (ca.)15kg-Abnahme hinter mir. Ich denke das liegt aber eben großteils auch am Selbstbewusstsein. Ich sag mal ganz plump: wenn du ein großes Selbstbewusstsein hast, ist es dir a) sch***egal wie du auf Foto's aussiehst und b) siehst du wahrscheinlich auf Fotos einfach glücklich, zufrieden und eben selbstbewusstaus, sodass wenn du denn dann ein Foto von dir siehst, eben einfach nur denkst "was bin ich für ein ausgewogener Mensch!" Oder so ähnlich.

Ich denke, das mit dem "Kilos verstecken" gehört quasi genauso zu einer "Essstörung" wie das sich-trotzdem-dick-fühlen bei Magersüchtigen. Nur eben umgekehrt. Ich kenn das von mir selber: man kann sich immer schön reden "Durch den großen Pulli sieht das gar nicht mal so dick aus." und ist dann damit zufrieden und du hast jetzt genau dieses Erlebnis gemacht. Ich brauchte da auch einige Zeit für und auch heute hab ich noch so Ansätze, die in diese Richtung gehen (ich fühl mich bei weitem noch nich "perfekt" wenn ich mich nackig im Spiegel anschau): Wenn ich zB im Fitnessstudio bin, wo sich in der Umkleide ziemlich viele Frauen an- und ausziehen und da einfach viele bei sind, die quasi der "Norm" entsprechen, fühl ich mich auf einmal schwabbelig und hässlich.

Ich denke das alles ist eben nicht nur ein körperliches sondern auch ein psychisches Problem, wenn man ein paar Kilos zu viel auf den Rippen hat.

Achja, auf deine Frage "Warum etwas mit deiner Selbstwahrnehmung nicht stimmt?" So genau kann ich dir das leider nicht beantworten, aber zum einen kann das vielleicht an Erfahrungen aus der Kindheit oder so liegen und zum anderen ist es vielleicht auch gewissermaßen Selbstschutz, wenn die Psyche einen Knacks hat? Man weiß es nicht genau....

Liebe Grüße
Lisa
Aw: Eigene Wahrnehmung [Beitrag #548742 ist eine Antwort auf Beitrag #548709] Mi, 29 Januar 2014 15:41 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
SweetyGonzales
Beiträge: 58
Registriert: Juni 2013
Ort: Nürnberg
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Hallo Lisa,

lieben Dank für Deine Antwort.

Ich glaube eigentlich nicht, dass es an meinem Selbstbewußtsein liegt, damit habe ich eigentlich keine Probleme. Im Gegenteil - ich ignorierte ja größtenteils die Kommentare zu meiner rapiden Gewichtszunahme und war stets der Meinung, dass es einfach übertrieben war und sie eben nur von mir dieses Gewicht nicht gewohnt waren. Ich habe auch kein Problem insofern, es ist mir in der Tat scheißegal wie ich auf Fotos aussehe und das nicht nur in Bezug auf Gewicht. Ich bin kein Mensch, der irgendwas auf andere Meinungen zu solch oberflächlichen Themen gibt.

Aber ich habe ja jetzt ein Paar Tage Zeit gehabt darüber nachzudenken und ich glaube es war einfach in meinem spezifischen Fall Bequemlichkeit. Ich würde mich persönlich fett niemals akzeptieren, das wäre nicht ich. Und wenn ich zugeben würde, dass ich fett bin, müsste ich was dagegen tun. Ich bin kein Sportler, kein Diätfan und schon gar kein Fan von Einschränkungen und Verzicht. Ich glaube sich eingestehen zu müssen, dass man fett ist würde Veränderungen mit sich tragen, die ich nicht bereit war vorzunehmen. Aber auf der anderen Seite zu wissen dass man fett ist und nichts dagegen tun, hätte wiederum einen Gewissenskonflikt ausgelöst. Also blendete ich das aus und tat so, als ob mein Gewicht noch vollkommen akzeptabel und super zu kaschieren wäre. Was natürlich Quatsch war und ist. Das perfide an der ganzen Sache ist, dass man es sich tatsächlich einbildet und dann wenn man damit in einem unvorbereiteten Moment konfrontiert wird - eben wie ich schockiert ist.

Ich mag nix unter Druck machen. Aber wenn man solche Fotos sieht, dann setzt man sich unweigerlich unter Druck. Ich gehe zum Beispiel momentan recht freiwillig und mit Spaß zum Sport Training, welches ich vor dem besagten Foto bereits angefangen habe. Das einzige was für mich nach wie vor steht ist, dass ich keinen Verzicht ausüben werde und sicher keine Diät im herkömmlichen Sinne anfangen möchte. Mein einziges Ziel bislang war, dass ich fitter werde, ausgewogener mich ernähre ohne Verzicht und dabei langsam aber sicher ans Ziel komme. Quasi so, dass sich das Wohlfühl Gewicht wie von alleine einstellt, ganz nebenbei weil man sich angemessen bewegt und angemessen ernährt.
Dieser subtile Druck dank des Fotos allerdings hetzt mich etwas, weil ich anfange ein schlechtes Gewissen zu bekommen, da ich mich so nicht akzeptieren kann und deswegen so schnell wie möglich davon weg kommen muss. Dann denke ich mir, tue ich genug dafür? Aber genau so einen Marathon wolltest Du doch gar nicht.

Ich bin irgendwie aus einer Comfort-Zone rausgeschubst worden und finde das eigentlich schlimmer als das Foto selbst.

Ich weiss, von außen liest sich das jetzt bestimmt wirr und man kann es vielleicht gar nicht nachvollziehen. Aber besser kriege ich es leider nicht in Worte gefasst.

LG,
Sibel

Aw: Eigene Wahrnehmung [Beitrag #548925 ist eine Antwort auf Beitrag #548742] Sa, 01 Februar 2014 10:00 Zum vorherigen Beitrag gehen
liofaria ist gerade offline  liofaria
Beiträge: 394
Registriert: Dezember 2010
Senior Member
liebe sibel,

gibt es denn auch fotos von dir, auf denen du so aussiehst, wie du dich fühlst?

lg

lio
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