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Zu viel Eiweiß und zu wenig Getreidefasern lassen Übergewichtige schlechter auf Insulin reagieren [Beitrag #478553] Sa, 11 Juni 2011 14:04 Zum nächsten Beitrag gehen
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Zu viel Eiweiß und zu wenig Getreidefasern lassen Übergewichtige schlechter auf Insulin reagieren

Potsdam-Rehbrücke – Wie eine aktuelle klinische Studie* unter Führung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) nun zeigt, verschlechtert eine hohe Eiweißaufnahme zumindest vorübergehend die Insulinwirkung übergewichtiger Menschen. Unlösliche Ballaststoffe aus Getreide** verbesserten dagegen die Insulinempfindlichkeit der Studienteilnehmer. Die Studie zeigt zudem erstmals Wirkmechanismen auf, über welche die Eiweiß- und Ballaststoffaufnahme die Insulinwirkung und damit auch das Diabetes-Risiko beeinflussen könnten.
Das Wissenschaftlerteam unter Leitung der Wissenschaftler Martin O. Weickert und Andreas F. H. Pfeiffer publizierte jetzt erste Daten der Studie in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition (Weickert et al., 2011; 94:1-13; DOI: 10.3945/ajcn.110.004374). Martin O. Weickert ist derzeit assoziierter Professor an der Universitaet Warwick in Großbritannien. Professor Andreas F. H. Pfeiffer leitet die Abteilung Klinische Ernährung am DIfE.

Große Beobachtungsstudien weisen seit längerem darauf hin, dass ein hoher Eiweißverzehr und eine hohe Aufnahme unlöslicher Ballaststoffe aus Getreide sich gegensätzlich auf die Insulinwirkung und damit auch auf das Diabetes-Risiko auswirken. Die ursächlichen Zusammenhänge sind aber nur wenig erforscht, denn die Zahl klinischer Studien, in denen Probanden gezielt mit einer bestimmten Diät ernährt und unter kontrollierten Bedingungen untersucht werden, ist klein. Es gab auch bisher keine Studie, die eine eiweißreiche und eine ballaststoffreiche Diät direkt miteinander verglichen hätte. Die vorliegende Studie sollte daher dazu beitragen, die zu Grunde liegenden Wirkmechanismen aufzuklären.

Neu an der Studie ist unter anderem, dass sie nicht nur die Einzeleffekte einer hohen Ballaststoff- beziehungsweise Eiweißaufnahme auf molekularer und Stoffwechsel-Ebene analysiert hat, sondern auch deren synergistischen Effekte. „Wie unsere Daten zeigen, könnte ein hoher Eiweißverzehr direkt die zelluläre Weiterleitung des Insulinsignals beeinflussen, da er zu einem Konzentrationsanstieg des Signalproteins S6K1 im Fettgewebe führt. Steigt der S6K1-Spiegel, so verschlechtert sich die Insulinwirkung“, erklärt Martin O. Weickert, Erstautor der Studie. „Die Befunde sind im Einklang mit Studien, bei denen die Probanden Aminosäure-Infusionen erhielten, und könnten erklären, wie eine eiweißreiche Kost trotz ihrer günstigen Effekte auf das Körpergewicht und die Blutfettwerte das Diabetes-Risiko erhöhen kann.“

„Die Studienergebnisse geben zudem erstmals eine plausible Erklärung für die schützende Wirkung unlöslicher Ballaststoffe aus Getreide“, ergänzt Weickert, „Mithilfe verschiedener Untersuchungen stellten wir fest, dass unter einer Diät, die gleichzeitig viel unlösliche Ballaststoffe und viel Eiweiß enthält, weniger Eiweiß aus dem Darm aufgenommen wird. Die ungünstige Wirkung des Eiweiß könnte so durch die Ballaststoffe nachhaltig kompensiert werden.“ „Die Resultate unterstützen damit die Annahme, dass eine erhöhte Zufuhr von unlöslichen Ballaststoffen aus Getreide einen wertvollen Beitrag zur Diabetes-Prävention leisten“, so Pfeiffer.

An der vorliegenden Studie nahmen 111 übergewichtige, Typ-2-Diabetes-gefährdete Erwachsene teil, wobei 84 Probanden bis zum Ende der Studie durchhielten. Die zweiphasige Intervention dauerte 18 Wochen. In dieser Zeit wurden die Probanden gezielt mit vier verschiedenen Diäten ernährt***. Parallel führten die Forscher und Mediziner umfangreiche Stoffwechsel-Untersuchungen durch.

Hintergrundinformationen:

*Die Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

**Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass für die Senkung des Diabetes-Risikos die Aufnahme unlöslicher Ballaststoffe aus Getreide entscheidend ist. Die Aufnahme löslicher Ballaststoffe scheint diesbezüglich keine klaren Effekte zu haben. Günstige Effekte auf die Blutfette, den Glykämischen Index sowie die Fermentation im Dickdarm sind bei der Aufnahme löslicher Ballaststoffe zwar stärker ausgeprägt, wirken sich aber nicht auf das Diabetes-Risiko aus. Verzögerte Effekte der unlöslichen Ballaststoffe auf den Kohlenhydratstoffwechsel konnten bislang in kleineren Experimenten unter Verwendung von Goldstandardmethoden gezeigt werden. Ein möglicher Wirkmechanismus blieb aber bislang unklar, was einen direkten, kausalen Zusammenhang in Frage stellte. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie liefern hierfür nun erstmals Beweise.

***Während der Interventionsphase wurden die Studienteilnehmer in vier unterschiedliche Gruppen aufgeteilt, die jeweils eine bestimmte Diät einhalten mussten. Dabei basierten alle Diäten auf einer ausgewogenen Kost mit Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, einem Basisanteil an Ballaststoffen sowie Milchprodukten. Bei allen Diäten trug der Fettanteil zu etwa 30 Prozent zur aufgenommen Tagesenergie bei und alle Diäten wiesen den gleichen Brennwert auf. Um den Anteil an unlöslichen Ballaststoffen bzw. an Eiweiß in den entsprechenden Diäten zu beeinflussen, erhielten alle Studienteilnehmer einschließlich der Kontrollgruppe zusätzlich Supplemente mit maßgeschneiderten Anteilen an unlöslichen Getreideballaststoffen und/oder Eiweißextrakten aus Molke und Erbsen.

Die Diäten enthielten durchschnittlich:
Kontroll-Diät: 17 % Eiweiß, 51-52 % Kohlenhydrate, 30 % Fett und 14-15 g Getreideballaststoffe
Eiweißreiche Diät: 26-28 % Eiweiß, 43-45 % Kohlenhydrate, 30 % Fett und 13-14 g Getreideballaststoffe
Ballaststoffreiche Diät: 17 % Eiweiß, 51-52 % Kohlenhydrate, 30 % Fett und 41-43 g Getreideballaststoffe
Mix-Diät: 22-23 % Eiweiß, 44-46 % Kohlenhydrate, 30 % Fett und 26 g Getreideballaststoffe
(Prozentangaben entsprechen dem Anteil an der täglichen Energiezufuhr)

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Proteinzufuhr liegt für Erwachsene bei täglich 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Wird eine Energiezufuhr entsprechend der Richtwerte für Personen mit überwiegend sitzender Tätigkeit zugrunde gelegt, liegt der empfohlene Anteil des Proteins an der Energiezufuhr bei Erwachsenen bei 9-11 Prozent, wobei eine Zufuhr von rund 15 Prozent der Energiezufuhr leichter zu realisieren und akzeptabel ist (Quelle: DGE).

http://www.dife.de/de/index.php?request=/de/presse/pressemit teilungen/2011_06_03.php


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Re: Zu viel Eiweiß und zu wenig Getreidefasern lassen Übergewichtige schlechter auf Insulin reagiere [Beitrag #478707 ist eine Antwort auf Beitrag #478553] Mo, 13 Juni 2011 12:33 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
CoxOrange ist gerade offline  CoxOrange
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Spannende Studie. Soviel zu Low-Carb-Diäten. Ich ernähre mich auch eiweißreich, hab aber öfter regelrecht Hunger auf Ballaststoffreiches und mische dann z.B. Kleie mit in den Joghurt. Man soll doch auf seinen Körper hören. Very Happy

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Re: Zu viel Eiweiß und zu wenig Getreidefasern lassen Übergewichtige schlechter auf Insulin reagiere [Beitrag #478708 ist eine Antwort auf Beitrag #478553] Mo, 13 Juni 2011 12:41 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
osso ist gerade offline  osso
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Ich esse auch ziemlich EW-reich, aber zum Glück ist auch Vollkorngetreide eine wichtig Säule meiner Ernährung. Gerade hab ich mir einen Kräuterquark gemacht.
Insofern hoffe ich mal das das noch im grünen Bereich ist.
Und muss man die Studie auch nicht überbewerten, aber es zeigt mal wieder das forciert mehr Eiweiß zu essen nicht ganz risikolos los ist und zu Effekten führen kann an die man erst mal gar nciht denkt.



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[Aktualisiert am: Mo, 13 Juni 2011 12:49]

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Re: Zu viel Eiweiß und zu wenig Getreidefasern lassen Übergewichtige schlechter auf Insulin reagiere [Beitrag #478714 ist eine Antwort auf Beitrag #478553] Mo, 13 Juni 2011 13:22 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
CoxOrange ist gerade offline  CoxOrange
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Richtig! Ich glaube, man muss wirklich ein bisschen in sich reinhorchen, dann merkt man auch, was der Körper braucht. Ich merke z.B. auch, wenn ich mehr Eisen brauche, was ab und zu der Fall ist, weil ich eben kein Fleisch esse. Ich bin dann verstärkt müde und bekomme Appetit auf eisenreiche Kost, z.B. diesen fies süßen dunklen Zuckerrübensirup. Und das liegt definitiv nicht an Süßigkeitenhunger, denn mit Honig wäre es dann nicht getan.

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Re: Zu viel Eiweiß und zu wenig Getreidefasern lassen Übergewichtige schlechter auf Insulin reagiere [Beitrag #480726 ist eine Antwort auf Beitrag #478714] Sa, 25 Juni 2011 08:20 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
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Hallo. Hier noch eine Gegenstimme. Ich ernähre mich Low Carb seit 6 Wochen und mir gehts so gut wie schon lange nicht mehr. Ich entbehre nichts hab auf nichts Heisshunger bin immer satt und fitt und hab seither 10,9 kg abgenommen. Getreide vertrage ich einfach nicht mehr. Egal ob Weissmehl oder Vollkorn, ich bekomme schreckliche Blähungen die bis zu Krämpfen führen können weil die viele Luft im Darm einfach sehr weh tut. Vielleicht bin ich ein Einzelfall aber ich werde mich auf jeden Fall weiter in diesem Stiel ernähren. Grüsse kisa
Re: Zu viel Eiweiß und zu wenig Getreidefasern lassen Übergewichtige schlechter auf Insulin reagiere [Beitrag #516123 ist eine Antwort auf Beitrag #478553] Mo, 18 Juni 2012 18:28 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Heidelbeere ist gerade offline  Heidelbeere
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Vielleicht sehe ich das ja falsch, aber bei einer sehr stark eiweissbetonten Diät ist ja auch eine weniger hohe Insulinwirkung nötig als bei einer stark kohlehydratbetonten Ernährung.
Also passt sich der Körper eigentlich nur dem Nahrungsangebot an, reagiert auf die spezifischen Erfordernisse.
Es wäre doch schon irgendwie seltsam und unlogisch, wenn durch eine Ernährung mit zu wenig Kohlehydraten ausgerechnet Diabetis ausgelöst würde...
Re: Zu viel Eiweiß und zu wenig Getreidefasern lassen Übergewichtige schlechter auf Insulin reagiere [Beitrag #516417 ist eine Antwort auf Beitrag #478553] Do, 21 Juni 2012 15:02 Zum vorherigen Beitrag gehen
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ganz unwissenschaftlich kann ich nur dazu sagen, dass ich zwar immer wieder versuche, die Kohlenhydrate runterzuschrauben, aber mir mein Körper dann immer sehr deutlich sagt, wenn er germ wieder welche hätte. Ganz ohne könnt ich nicht....

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