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Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #508613] Sa, 24 März 2012 20:04 Zum nächsten Beitrag gehen
mirabelle
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Ihr Lieben,

wie ist für euch der Zusammenhang zwischen Einkaufen und Ernährung bzw. Essverhalten?
Schafft ihr es, an den Verlockungen im Supermarkt vorbeizugehen?
Und wie schafft ihr es?
Läuft es bei euch besser mit der gesunden Ernährung, wenn Vorratsschrank und Kühlschrank voll sind oder kauft ihr lieber immer nur das, was ihr kurzfristig essen wollt?

Ich spreche das an, weil ich mein eigenes Kauf- und Vorratsverhalten nicht ganz gesund finde. Es ist mir auch ziemlich peinlich.
Ich erhoffe mir ein bisschen Austausch dazu. Habt Ihr Probleme damit? Was macht ihr euch dazu für Gedanken? Ruft der gefüllte Kühlschrank nach euch oder lauft ihr manchmal sogar extra noch los, um die geliebte Schokolade zu kaufen?

Ich kaufe phasenweise viel zu viele Süßigkeiten. Aber das bedeutet nicht, dass ich sie auch esse. Ich hatte schon mal eine Phase, in der ich viel gekauft habe und nicht gegessen und nach Monaten habe ich das Zeug nach und nach zu Freunden mitgenommen und teilweise sogar weggeschmissen...

Für mich sind die Verlockungen des Süßigkeitenregals riesengroß. Auch, wenn ich es schaffe, nicht übertrieben viel am Tag davon zu essen, so kaufe ich phasenweise unverhältnismäßig viel ein. Ich habe diese Woche geradezu Hamsterkäufe an Süßigkeiten getätigt.
Suche mir in aller Seelenruhe aus, was mich am meisten verlockt, stehe teilweise wirklich lange vor dem Regal. Zuhause wandert alles in die Süßigkeitendose. Die ist nun aber schon übervoll. Der Schrank drumherum ist auch schon voll. Ich habe mittlerweile von meinen Lieblingssachen riesige Mengen hier: 6 Tüten Ostereier, 2 große Schokohasen, 7 Tafeln Schokolade, 3 Packungen Küsschen und noch dies und das. Von den Schokotafeln habe ich auch 2 oder 3 angebrochen. Esse täglich nur etwa einen Riegel oder mal ein Stückchen von der einen und dann mal wieder von der anderen. Ich habe keine Fressanfälle mit dem Zeug. Aber trotzdem!!! Das ist doch krank, wenn wir mal ehrlich sind. Das Aussuchen und Kaufen verschafft mir so ein gutes Gefühl. Und wenn das Zeug hier liegt, ist es fast ein Gefühl von "Sicherheit", was ich habe. Essen muss ichs gar nicht unbedingt. Aber trotzdem ist es natürlich noch bescheuerter, wenn ich dann weiß, nebenan im Schrank wartet die Verführung. Wäre (vielleicht?) viel einfacher, wenn es gar nicht da wäre...

Kennt das vielleicht jemand?

Edit: Gerade denke ich: Das ist deutliches Verhalten einer Sucht, oder? Legen Alkoholiker nicht auch oft geheime Vorräte an?


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[Aktualisiert am: Sa, 24 März 2012 20:29]

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Re: Einkaufsverhalten [Beitrag #508617 ist eine Antwort auf Beitrag #508613] Sa, 24 März 2012 20:43 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
hardy ist gerade offline  hardy
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Liebe Mirabelle,
wenn es sich so speziell auf eine besonderen Teil des Lebensmittelspektrums handelt, sollte man schon an einen Suchtcharakter denken und beim Einkaufen bewußt gegensteuern. Nachdem ich zu "Taste the waste" das Buch die "essensvernichter" von Kreutzberger und Thurn ( die Lektüre lohn sich eigentlich nicht, aeil bekannte Sachen immerwieder aus neuer Sicht erzählt werden - die Lektüre mag sich lohnen, weil bekannte Sachen immerwieder aus anderen Sicthweisen erzählt werden)kaufe ich noch bewußter ein.
Aber grundsätzlich kenne ich das Problem auch: Von den Standardzutaten muss ich einen Vorrat im Keller haben, der mir auch mal vier Wochen ohne Einkauf gewährleistet.
Bei frischen Produkten bin ich da mittlerweile deutlich vorsichtiger. Aber Wehe es liegen Tage wie Weihnachten, Ostern oder "besondere Besuche" an. Dann baue ich Vorräte auf, die die ganze Sippschaft auch 14 Tage ernähren könnte, wobei die ja nur 2-3 Tage da sind. Und für das Abarbeiten brauch ich dann wieder Wochen!
Sorry, aber wohl an deinem Ansatz vorbei, aber dennoch passend zum Namen des Threads.
LG Hardy


Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein.(Albert Einstein)
Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #508620 ist eine Antwort auf Beitrag #508613] Sa, 24 März 2012 21:10 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
osso ist gerade online  osso
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Mir geht es ähnlich. Dein Problem hab ich so nicht.
Es gibt im Supermarkt nichts zu kaufen das mich wirklich reizt, insofern bin ich völlig ungefährdet.
ABER:
Alles was ich gerne Esse und Trinke hab ich praktisch immer in größeren im Haus bevorratet. Außer natürlich frische Zutaten, aber die kaufe ich dann portionsweise.
Im Prinzip bleicht mir nichts als mit den Vorräten an "Genußmitteln" diszipliniert, oder gewissermaßen "ritualisiert" umzugehen,.


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ich habe keine (genaue) Waage mehr, Bauchumfang ~90cm ≈ bisschen Winterspeck
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Re: Einkaufsverhalten [Beitrag #508634 ist eine Antwort auf Beitrag #508617] So, 25 März 2012 10:27 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
mirabelle
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hardy schrieb am Sa, 24 März 2012 20:43


...wenn es sich so speziell auf eine besonderen Teil des Lebensmittelspektrums handelt, sollte man schon an einen Suchtcharakter denken und beim Einkaufen bewußt gegensteuern. ...

Aber grundsätzlich kenne ich das Problem auch: Von den Standardzutaten muss ich einen Vorrat im Keller haben, der mir auch mal vier Wochen ohne Einkauf gewährleistet....

Dann baue ich Vorräte auf, die die ganze Sippschaft auch 14 Tage ernähren könnte, wobei die ja nur 2-3 Tage da sind. Und für das Abarbeiten brauch ich dann wieder Wochen!
Sorry, aber wohl an deinem Ansatz vorbei, aber dennoch passend zum Namen des Threads.



Lieber Hardy, für mich ist das gar nicht am Thema vorbei, denn ich wollte gerne das Thema allgemein eröffnen und das Gespräch nicht auf mein Verhalten beschränken. Ich finde nämlich, dass es ein wichtiges Thema ist beim Abnehmen. Allgemein bei einer gesunden Ernährung. Ich glaube, dass es bei vielen Menschen mit Übergewicht auch an diesem Punkt hapert. Jedenfalls lässt es das vermuten, wenn man so sieht, was die Leute im Supermarkt so aufs Band legen.

Ich habe zum Beispiel eine Freundin, bei der ist der Kühlschrank einfach LEER. Sie kauft wirklich nur ein, was sie an dem Abend kochen will, wenn sie kochen will. Und ansonsten isst sie tagsüber was im Büro. Ich könnte das nicht. Bei mir ist es ähnlich wie du und auch Osso es beschreibt: Von den wichtigen Sachen habe ich immer Vorrat, und sogar von einigen Dingen (z.B. aus dem Bioladen, wo ich nicht jeden Tag vorbeikomme) mehr als für eine Mahlzeit. Z.B. 2 Gläser Kichererbsen o.ä.
Ich habe z.B. auch 3 oder 4 Gläser Pesto da (verschiedene Sorten), denn sowas kaufe ich nicht gezielt für eine Mahlzeit, sondern bin froh, wenn es da ist, falls ichs brauche.

Mein Süßigkeitenvorrat, ich habe da gestern noch drüber nachgedacht. Habe so gedacht, wenn es mir so auffällt, dass ich es hier thematisiere, sollte ich mir vornehmen, es zu ändern! Ich habe das bisher glaube ich für mich noch gar nicht so entschieden, dass ich das nicht will. Das letzte Mal, von dem ich sprach, ist jetzt schon 2,5 Jahre her. Da hatte ich dann über längere Zeit Vorräte angelegt, die ich größtenteils dann wieder verschenkt habe. Aber es waren auch abgelaufene Sachen dabei, die ich nicht mehr verschenken wollte. Ich musste es aber loswerden und habe tatsächlich was weggeschmissen.
Natürlich will ich das vermeiden, ich lebe und esse sonst sehr bewusst! (Beschäftige mich intensiv mit den Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenverbrauch.)

Ich habe über Kaufsucht nachgedacht gestern, aber das ist es nicht. Denn es geht mir ja nicht nur um den Kauf, sondern darum, das Zeug zu haben. Wenn es da ist, sinkt das Bedürfnis, es zu essen.
Ich bin mir sicher, dass es mit einer emotionalen Instabilität zu tun hat, das klingt so abgehoben aber ich will hier nicht genauer schreiben, was ich darüber denke/fühle. Habe ich ja schon in meinem Tagebuch hin und wieder erwähnt. Fast habe ich das Gefühl, diese Seelentröster im Haus zu haben ist schon ein Teil des Trostes für mich. Gut ist auch das nicht.
Ich frage mich, ob es noch jemandem so geht?

Dieses beruhigende Gefühl ist sicher beim Vorrat für Gäste, den du beschreibst, Hardy, ähnlich. Das Gefühl von "Alle meine Lieben sind gut versorgt". So ähnlich ist das. Ich erlaube mir teilweise auch, zwei Tafeln Schokolade o.ä. zu kaufen, weil ich einen vagen Plan habe, diese zu verschenken und jemandem damit Gutes zu Tun. Das war erst gestern so. Ich denke dann, "wenn jemand zu Besuch kommt" oder "mag mein Bruder sicher gerne".


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Re: Einkaufsverhalten [Beitrag #508637 ist eine Antwort auf Beitrag #508634] So, 25 März 2012 11:45 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Laufmeter ist gerade offline  Laufmeter
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Ich selber habe viele Vorräte zu Hause (weil ich auch sehr viel koche), davon ist aber nur ein geringer Bruchteil Süßigkeiten. Ich stehŽs mir einfach nicht drauf. Eine gute Tafel Schoki (ich eß nur dunkle) MUSS aber zu Hause sein. Mehr als ein Stücke abends wirdŽs aber selten. Salziges Knabberzeug DARF ich nicht zu Hause haben, das wäre mein Waterloo - mal abgesehen davon ist es für meine Gesundheit nicht grad förderlich, da in vielen Produkten künstliche Geschmacksverstärker drin sind. Insofern gibtŽs da zum Glück keine Probleme.

Mein Kühlschrank und mein Tiefkühler sind allerdings immer randvoll, das funktioniert bei mir besser mit dem gesunden Essen. Hab ichŽs zu Hause, koche ich es auch. Müßte ich extra dafür einkaufen gehen, ist mir das zu blöd.



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Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #508641 ist eine Antwort auf Beitrag #508613] So, 25 März 2012 12:32 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Pinguin98 ist gerade offline  Pinguin98
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sehr interantes Thema! Aaalso. Bei mir ist das in Bezug auf Süßigkeiten so: Ich kann beim Einkaufens ehr gut wiederstehen und kaufe nur ganz ganz selten mal was tolles, süßes für mich. Mein Mann kauft leider für sich mehr Süßkram, und da fällt dann ein Bruchteil "leider" doch für mich ab. Will meinen: WENN was Süßes daheim ist, dann MUSS ich meistens auch was davon essen. Rolling Eyes

Ansonsten kaufen wir auch mit ein wenig Vorratshaltung ein. Solche Sachen wie Dosen-Gemnüse und -Obst habe ich eigentlich immer ne Auswahl da (Bohnen in allen Varianten / Erbsen / Mais / Tomaten usw.), sowie Nudeln und Reis. Wird ja auch nicht schlecht. Brot kaufen wir mittlerweile auch immer 2-3 große Laib, lassen es schneiden und frieren es ein. Kann man dann scheibenweise im Toaster zubereiten. Ausserdem haben wir eigentlich immer Garnelen / Spinat / Fischfilet im TK.

Obst und Gemüse kaufen wir dann meistens 1x pro Woche. Speziell bei Obst gebe ich zu, dass ich da schon viel wegschmeisse, bzw dann eben bei Äpfeln, Bananen und Orangen mit zum Pferd nehme...da ist beim Einkaufen wohl immer der Wunsch Vater des Gedankens....


Liebe Grüsse
Steffi
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"There's always a seed before there's a rose. The more it will rain the more I will grow."(Roots before Branches by Room for Two)
Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #508642 ist eine Antwort auf Beitrag #508613] So, 25 März 2012 12:41 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
xari ist gerade offline  xari
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Ort: Unteres Mangfalltal
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Ich hab eine Speis(ekammer) zu Hause und dort lagere ich sämtliche Grundnahrungsmittel und Gläser, also Vorrat ist immer da.
Allerdings darf ich erst gar keine Schokolade etc. da haben. Ich würde ALLES essen .. 2 Tafeln Schokolade am Abend? Kein Problem für Xari.

Ich bin überhaupt nicht diszipliniert, kann es (noch) nicht. Ein Stück von einer Tafel - ich glaube nicht, dass ich das schon mal geschafft hab. Wozu den Mund wässrig machen Embarassed

Dieses Verhalten kommt allerdings NIE, wenn ich nicht allein bin. Ich würde niemals vor anderen, ja nichtmal einen ganzen Riegel Schokolade, essen. (Ist natürlich total doof, als ob sie nicht trotzdem wissen würden, dass ich zu viel esse - egal wovon - sieht man ja)

Also hab ichs nicht (mehr) zu Hause, ich kaufe es einfach nicht, beim Einkauf kann ich mir mehr Disziplin abverlangen und natürlich hilft das bewusste Acht geben auf sich und seinen Körper grade ziemlich.

Ich hab auch noch nie mehr als 2 Tafeln gekauft - okay 3 vielleicht - weil ich mich vor der Kassiererin und denen, die hinter mir stehen und meinen Einkauf sehen - der auf dem Band präsentiert wird - schäme wie Hulle.

Mit Tabak z.B. geht es mir wie dir Mirabelle. Ich habe immer noch ein Packerl im Schrank. Wenn das nicht so ist, rauch ich mehr - sehr viel mehr, bis der Tabak alle ist und ich zur Tanke fahr und "auffülle", dann ist wieder gut.

Ich muß also davor Angst haben, mich nicht mehr bewusst damit auseinanderzusetzen. Es muß sich in mein Hirn einbrennen, dass ich egal, wie es mir geht, auf mich aufpasse!

Noch ist das kein Problem .. ich muß diesmal "nur" den Punkt mitbekommen.. wo es nachlässt und gezielt gegensteuern.

Ich bin ja in Psychotherapie und habe zumindest schonmal erfahren, dass ich mir schei..egal bin und Achtsamkeit mir gegenüber lernen muß.

Folgendes hat mir auch zu denken gegeben:

Auf Lunge
Seite 58/59
Zitat:

"[....]
Die Lungenärztin betrachtet immer noch mein Röntgenbild. "Richtig hübsch", sagt sie
"Äh, Sie finden meine Lunge schön?"
"Ja, in der Tat, sehr symmetrisch, klar in der Form, aber doch zart, fast filigran in den Ausführungen...."
Jetzt werde ich wirklich ein bisschen rot.
"Hm, wenn man Sie so sieht, kann man kaum glauben, dass das Ihre Lunge ist."
"Bitte?"
"Na ja, um es kurz zu sagen: Ihre Lunge sieht schon sehr, sehr viel besser aus als Sie."
Teile der Ärztin mit, dass wir in diesem Land freue Arztwahl haben und sie sich lieber mal überlegen soll, was sie so sagt, weil ich sonst nämlich ....
Sie lacht. Offensichtlich denkt sie, ich hätte einen Witz gemacht.
Ich spreche noch etwas schärfer: "Das war kein Scherz, ich kann hier meine Krankenkassenkarte nehmen und direkt....."
Sie lacht lauter: "Herr Evers, haben Sie gesehen, wie voll das Wartezimmer ist? Wie lange haben Sie auf diesen Termin gewartet? Fünf Wochen? Sechs Wochen? Zwei Monate? Meinetwegen können Sie Ihre Krankenkassenkarte mit Reißzwecken belegen und aufessen. Das beeindruckt mich auch nicht. Wären Sie vor ein paar Jahren gekommen, da dachte ich noch, oh, ich muss einfühlsam sein, ich darf meinen Patienten nicht zu viel zumuten, ich muss ihnen immer sofort helfen, koste es, was es wolle, jederzeit für jeden Verständnis und vor allem Zeit, ganz, ganz viel Zeit haben. Das habe ich auch lange durchgehalten, ich hatte zwar Magendrücken, war ständig müde, bekam nervöse Zuckungen, aber ich habe durchgehalten, bis zu dem Tag, an dem mir endlich die Sicherungen durchgebrannt sind."

"Sie sind zusammengebrochen? Ein Burn-Out-Syndrom?"
"Nein, natürlich nicht. Ich habe meine Patienten angeschrien, richtig laut angeschrien, dann habe ich ihnen fröhlich die Wahrheit gesagt oder ihnen irre lachend ihre Fehler und Unzulänglichkeiten um die Ohren gehauen. Ich habe sie warten lassen, richtig lange warten lassen und mich offen über ihre Gebrechen lustig gemacht. Mir ging es plötzlich prächtig. Ich fühlte mich frei und ausgeglichen. Aber das Allerbeste, meine Heilungs- und Erfolgsquote ist seit demher um gut die Hälfte gestiegen!" Triumphierend schaute sie mich an. Ihre Augen leuchteten.
"Aber Ihre Patienten, die waren doch bestimmt sauer, wenn Sie die so behandelt haben", versuchte ich zu wiedersprechen.
"Ach was, in Berlin kann man das machen. Da gilt man dann als Original, die Leute hier können so was locker ab. Sind eben nicht alles so Mimosen wie Sie, Herr Evers, Sie kleines Dickerchen."
"Äh, Sie finden, ich bin zu dick?"
"Schwer zu sagen, das ist natürlich auch Geschmackssache.
[....]
"Also fassen wir man zusammen; Es stimmt, Sie sind zurzeit kurzatmig, außerdem arbeitet Ihre Lunge bei weitem nicht auf hundert Prozent, da ist schon eine grundsätzliche Entzündung, die wir behandeln müssen. Aber Ihre eigentlichen Beschwerden haben nichts mit der Lunge oder Ihren grundsätzlichen körperlichen Voraussetzungen zu tun. Das ist nämlich alles prima. Nur Sie sind zu doof."

Ich stutze. "Und mit dieser Art von Behandlung haben Sie wirklich immer bei allen Patienten Erfolg?"
"Nicht bei allen, aber darum geht es ja auch nicht. Das Wichtigste ist doch, dass man Spaß an der Arbeit hat, oder?" Jetzt beginnt sie tatsächlich fast zu singen: "Also, Sie essen zu viel, zu ungesund und bewegen sich zu wenig. Das ist alles. Wäre Ihr Körper ein Kind und ich das Jugendamt, würde ich Ihnen das Sorgerecht entziehen."
"Sie wollen mir meinen Körper wegnehmen?"
"Sagen wir mal so, für Ihren Körper wäre es wahrscheinlich schon das Beste, wenn er in einem Heim aufwachsen würde."
"In einem Heim?"
"Ja."
"Könnte ich ihn denn da wenigstens mal besuchen?"
"Nein, da wäre jeglicher Kontakt untersagt. Aber leider, leider darf ich Ihnen Ihren Körper ja nicht wegnehmen, und deshalb versaue ich Ihnen nur Ihr Leben und setze Sie auf Diät.

[....]

Als ich der Sprechstundenhilfe den Zettel der Ärztin mit den Notizen zu meinen Medikamenten und dem Ernährungsplan gebe, lächelt diese und sagt: " Oh, ich glaube, die Frau Doktor hat Sie richtig gern." Und ich Trottel freue mich darüber. Wahrscheinlich ist das ihr eigentlicher Trick.


Smile

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Re: Einkaufsverhalten [Beitrag #508664 ist eine Antwort auf Beitrag #508634] Mo, 26 März 2012 08:13 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Lisa
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Sehr interessante Thema bei dem ich meinen Senf dazu geben will! Smile

Ich persönlich kaufe lieber alles frisch ein. Ich habe auch einen gewissen Vorrat an Konserven zu Hause, sodass, wenn ich mal keine Lust habe einzukaufen, ich trotzdem irgendwas "Fertiges" essen könnte. Aber grundsätzlich kaufe ich lieber frisches Gemüse kurz vor dem Kochen ein.

Was die Süßigkeiten angeht: Ich habe zu hause NICHTS an Süßkram. Aber einfach weil -und darüber bin ich MEGA froh- ich keine Lust drauf habe. Irgendwie habe ich mittlerweile meine Körper "entsüßt"... Es würde wirklich nichts bringen so viel Süßkram bei mir umliegen zu haben, weil ich es eh nicht anrühre. Mittlerweile greife ich dann lieber zu ner Kiwi oder ner Banane und wenn's mal ganz "schlimm" kommt und ich Appetit auf was Süßes habe, ess ich 'n Joghurt mit Haferflocken und Honig. Das war aber auch mal anders... irgendwie hab ich es mir so angewöhnt. Ich hab sogar noch von meinem Geburtstag im Januar (!!) 'ne ganze Schale mit Schokolade, Bonbons und Lolli's bei mir im Wohnzimmer stehen und rühr sie so gut wie gar nicht an. Wenn ich mal Besuch hab, bedient der sich daran und alles ist gut Wink

Mirabelle, wie wär es denn zB wenn du "einfach" nichts mehr einkaufst und dir vielleicht n Sparschwein hinstellst wo du das Geld was du ausgeben würdest, reintust? VIelleicht hilft das?

mirabelle schrieb am So, 25 März 2012 10:27


Ich habe über Kaufsucht nachgedacht gestern, aber das ist es nicht. Denn es geht mir ja nicht nur um den Kauf, sondern darum, das Zeug zu haben. Wenn es da ist, sinkt das Bedürfnis, es zu essen.



Aber ist nicht genau das das Verhalten von Kaufsüchtigen? Die bestellen doch zB auch einfach was im Internet um es zu haben und wenn dann der bestellte Pullover da ist, sinkt das Bedürfnis ihn anzuziehen. Haben ist wichtiger...? Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass du ernsthaft kaufsüchtig bist. Eher so 'ne abgeschwächte Form? Wie du schon sagst, mit der Sicherheit, dass andere versorgt sind... jeder hat so seine Macken! Wink




Re: Einkaufsverhalten [Beitrag #508674 ist eine Antwort auf Beitrag #508664] Mo, 26 März 2012 09:12 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Laufmeter ist gerade offline  Laufmeter
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Konserven hab ich auch nur wenig zu Hause, etwas Marmelade und Kompott, selbstgemacht natürlich, ein paar Dosentomaten, eventuell noch Essiggurkerl und das warŽs dann schon wieder. Ah ja,Tiefkühlgemüse gibtŽs auch noch. Wink Obst und Gemüse kommt bei mir hauptsächlich frisch auf den Tisch. Das kaufe ich 1x pro Woche ein und wird im Kühlschrank respektive Tiefkühler zwischengelagert. Wenn ich abends nach der Arbeit Gemüse einkaufen geh bekomm ich nur noch minderwertige Ware, abgesehen davon nervt mich einkaufen einfach.
Im Sommer ist das dann ein bissi leichter, da wird dann einfach Mamas Gemüsebeet geplündert. Very Happy

Mit Vorräten meine ich hauptsächlich Trockenvorräte wie Mehl, Grieß, Reis, Nudeln, Kichererbsen (nicht mal die mag ich als Konserve), Hirse, Bulgur, Quinoa, Polenta... Diese Liste läßt sich beliebig fortsetzen.



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[Aktualisiert am: Mo, 26 März 2012 09:13]

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Re: Einkaufsverhalten [Beitrag #508677 ist eine Antwort auf Beitrag #508664] Mo, 26 März 2012 09:21 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
mirabelle
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Lisa schrieb am Mo, 26 März 2012 08:13


Aber ist nicht genau das das Verhalten von Kaufsüchtigen? Die bestellen doch zB auch einfach was im Internet um es zu haben und wenn dann der bestellte Pullover da ist, sinkt das Bedürfnis ihn anzuziehen. Haben ist wichtiger...? Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass du ernsthaft kaufsüchtig bist. Eher so 'ne abgeschwächte Form? Wie du schon sagst, mit der Sicherheit, dass andere versorgt sind... jeder hat so seine Macken! Wink



Liebe Lisa, nein, ich denke auch nicht, dass ich kaufsüchtig bin. War eben nur so ein Gedanke, dass sich da gewisse Parallelen zu anderem Suchtverhalten nicht abstreiten lassen. Aber selbst, wenn mich alle 2,5 Jahre eine Süßigkeitenkaufsucht überfiele, wäre es wohl kein Drama. Vielleicht habe ich es ein bisschen dramatisiert dargestellt, weil es mir eben jetzt sehr bewusst geworden ist. Ich weiß auch, dass das jetzt vorbei ist. Hab gemerkt, ich finde mich selber etwas eigenartig und habe in dem Moment ja schon aufgehört. Wenn es mich wieder mal überkommen sollte, werde ich aber an ein virtuelles Sparschwein denken und mir bewusst machen, dass ich das doch gar nicht essen will und es daher auch nicht zu kaufen brauche.

Mit den "normalen" Lebensmitteln habe ich schon auch Vorräte. Finde ich für mich einfach entspannter. Ich kann jederzeit was kochen, ohne, dass ich einkaufen gehen muss. Nur das ganze Gemüse, Obst und Milchprodukte kaufe ich alle paar Tage neu. Oft auch jeden zweiten Tag, wenn mir irgendwas bestimmtes fehlt, z.B. Salat oder Champignons, was nicht so lange frisch hält.



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Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #508691 ist eine Antwort auf Beitrag #508613] Mo, 26 März 2012 10:13 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
osso ist gerade online  osso
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was ich mich frage ist was reizt dich den so an Sachen, wenn du sie nicht kaufst, kannst du sie doch auch am nächsten Tag kaufen wenn dir danach ist ?
Supermarktprodukte sind ja nichts besonderes, wo man jede sich bietende Gelegenheit ergreifen muss


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Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #508695 ist eine Antwort auf Beitrag #508691] Mo, 26 März 2012 10:35 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
mirabelle
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osso schrieb am Mo, 26 März 2012 10:13

was ich mich frage ist was reizt dich den so an Sachen, wenn du sie nicht kaufst, kannst du sie doch auch am nächsten Tag kaufen wenn dir danach ist ?
Supermarktprodukte sind ja nichts besonderes, wo man jede sich bietende Gelegenheit ergreifen muss


Lieber Osso, genau das habe ich mich auch am Freitag und Samstag gefragt. Das ist nicht wirklich nachvollziehbar! Und das ist für mich auch ein guter Ansatzpunkt, grundsätzlich an der Sache was zu ändern. Ich kann das doch alles wirklich JEDERZEIT kaufen!!

Jetzt in dem konkreten Fall wurde es eindeutig durch Saisonartikel ausgelöst. Es gibt da so zwei, drei Osterartikel, die es eben sonst nicht gibt und dich ich daher kaufen wollte.





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Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #508702 ist eine Antwort auf Beitrag #508695] Mo, 26 März 2012 12:11 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Skorpine ist gerade offline  Skorpine
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Also mir passiert das in ählicher Weise auch ab und zu mal. Vor allem, wenn ich in einer mittelmäßigen Tagesform zwischen "nicht supertoll drauf" und "auch nicht ganz so schlecht drauf" bin. Dann springen mir dann ganz verlockende Nachereien ins Auge. Ich geh hin und inspizierere erst einmal, was alles drin ist und ob es vielleicht Alternativen dazu gibt. Ich steh dann schon mal so 10 Minuten vor dem Regal und schau, was es sonst noch Feines gibt. Und überleg dabei im Hinterkopf, ob ich mir jetz "vorsichtshalber" etwas mitnehmen soll oder nicht. Dieses "vorsichtshalber" deshalb, weil ich mir dann lieber bei einem "normalen" Einkaufen etwas mitnehme als 3 Stunden später zu Hause herumzueier, ob ich noch mal losfahren soll, um mir noch was heimzuholen oder nicht. Und das ist für mich dann der schlechtere Weg. Zu meinen schlimmeren Zeiten bring ich das nämlich durchaus ferti, dass ich kurz vor acht noch in die Klamotten spring und zum Aldi sprinte, damit ich noch was krieg für den Abend. Wenn man dann aber wieder zu Hause wieder, dann hat man nämlich nicht nur eine Packung Süßkram (ob Schokolade oder was anders sei vollkommen dahingestellt) sondern auch einen Großpackung voll schlechtem Gewissen und zum Teil auch Schamgefühl im Gepäck, weil man ganz genau weiß, dass das jetzt nicht normal ist. Dann ist man halt ein kleines Eck oder eine Hand voll und gut ist`s, was einem ja nur bestätigt, dass es jetzt so "akut" gar nicht hätte sein müssen, weil alle Läden und Märkte dieser Welt auch am nächsten Tag wieder öffnen und man auch selbst weiß, dass diese Aktion absolut bescheuert war/ist.

Das ist aber wirklich nur Phasenweise. Wenn alles paletti und im grünen Bereich ist, dann kauf ich ganz normal ein und mach mir dann auch keine Gedanken über so manches Süßzeugs oder Genussmittel. Das ist dann so selbstverständlich, dass ich keinen Gedanken dran verschwende. Aber wenn`s auffällig häuftig vorkommt, dann hinterfrag ich schon auch, ob ich noch normal ticke.

Wobei ich zum Schluß noch bemerken möchte, dass sich das dann bei mir nicht einmal auf Süßigkeiten beschränkt sondern auch auf ganz normale Grundnahrungsmittel auswirkt. Mal eine ganze Weile auf Vorraut kaufen, dann wieder für die nächste Zeit immer nur nach Tagesbedarf. Das kommt ganz drauf an, wie es sich ergibt und das hängt hängt bei mir oftmals wiederum an der Verfassung bzw. der Tagesform. (Und kann sich unter Umständen dann auch ganz schön auf die Finanzen auswirken. Nach dem Motto: unkontrollierte Essphase ist zugleich auch unkontrolliertes Einkaufen. Hab ich zumindest bei mir schon oft festgestellt.)

[Aktualisiert am: Mo, 26 März 2012 12:14]

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Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #508725 ist eine Antwort auf Beitrag #508613] Mo, 26 März 2012 18:22 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Violet ist gerade offline  Violet
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Bei uns zuhause ist früher auch eine Menge schlecht geworden (besonders frisches Obst/Gemüse und Frischfleisch, weil es mir oft plötzlich mal einige Tage nicht gut genug geht, dass ich das vertrage). Und in der Speisekammer stapelten sich Dosen mit Lebensmitteln, die mein Vater oder meine Mutter eingekauft hatten, die ich persönlich aber nur im Falle einer Hungersnot essen würde. Aber seit unser Einkaufsbudget reichlich eng geworden ist, können wir uns es einfach nicht mehr leisten, Dinge zu kaufen, die wir dann doch nicht essen. Also habe ich eine Einkaufsliste eingeführt (ein wiederbeschreibares Plastikboard am Kühlschrank auf das geschrieben wird, was zur Neige geht und ersetzt werden muss) und an verderblichen Produkten wird nur noch soviel eingekauft, wie in einer Woche verbraucht wird. Plus die Standardvorräte in Tiefkühl-, Trocken- und Dosenform, aber auch da nur jeweils eine Packung. Das klappt soweit auch ganz gut. Was uns zuhause wichtig ist, ist eine gewisse Auswahl und Abwechslung (Kartoffeln, Kartoffelbrei, Reis, Griess, Linsen, Erbsen und 3 Sorten Nudeln; TK-Fisch und TK-Geflügel plus was auch immer in der Woche frisch gekauft wurde; wenigstens 3 Sorten roh essbares Obst und 3 Sorten roh essbares Gemüse, plus weitere 2-4 Sorten TK und Dosen; 2-3 Sorten Brot; wenigstens 4-5 Sorten Früchte- und Kräutertees; etc.) nicht mengenmäßig große Vorräte. Brot geht oft vorzeitig aus, weil es einfach nicht lange genug haltbar ist. Aber dafür haben wir dann einen Notvorrat Schnittbrot in unserem (sehr kleinen) Tiefkühlfach. Das auch nur für den Fall dass es am Sonntag ausgeht, oder das Wetter zu schlecht ist, um Einkaufen zu gehen. (Alle Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen, jeweils ein ca. 3 km Tripp, schränkt den Drang zu Hamsterkäufen und "Gelüste"-Einkäufen auch sehr ein.)

Wenn ich einkaufen gehe, achte ich darauf, vorher etwas zu essen, damit ich im Laden keinen Appetit / Hunger bekomme. Außerdem halte ich mich relativ strikt an die Liste (vielleicht 1-2 Sachen extra, z.B. Saison-Obst). Süßigkeiten sind fest eingeplant, aber eben nur bestimmte, relativ kalorienarme Varianten. Und meist ist für extras sowieso kein Geld übrig. (Falls möglich, gehe ich mit wenig Bargeld los und lasse die EC-Karte zu Hause.)

Ich gebe zu, dass es kein perfektes System ist, aber bisher konnte ich der Versuchung recht gut widerstehen. Heute, mit einem zusätzlichen Riesenregal an Osterschokolade und EC-Karte in der Tasche, war es allerdings schon etwas härter. Ich bin aber standhaft geblieben, und hab' stattdessen eine Packung fettarme Amaretto-Kekse gekauft.


Edit:
Was ich noch sagen wollte: Vorratshaltung hat oft psychologische Gründe. Natürlich fällt es mir, die ich in einer Überflussgesellschaft aufgewachsen bin (oder zu DDR-Zeiten zumindest in dem Gefühl, das Grundnahrungsmittel keine Mangelware sind - der Drang zu dem diversen griffbereiten Frischobst kann aber schon daher kommen, dass z.B. Bananen und Mandarinen selten zu haben waren) leichter mit nur einer Packung pro Produkt zuhause auszukommen, als meiner Mutter, die noch die Nachkriegs-Rationierung erlebt hat, oder meinem Vater, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist (wo Obst und Fleisch nur in einer Saison frisch zu haben waren und für den Rest des Jahres konserviert werden mussten). Meine Eltern hatten ursprünglich auch eine recht große Speisekammer für Konserven, und eine große Tiefkühltruhe. Es hat Jahrezehnte gedauert, sich psychologisch von diesen Urängsten zu lösen. Heute kaufen wir nur noch auf Vorrat was für mich alleine zu schwer zu transportieren ist. (Milch und Mineralwasser - Früchtetees sparen eine Menge Geld und Gewicht gegenüber Saft und Softdrinks)

[Aktualisiert am: Mo, 26 März 2012 21:02]

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Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #508728 ist eine Antwort auf Beitrag #508613] Mo, 26 März 2012 18:30 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Pinguin98 ist gerade offline  Pinguin98
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ich finde dein System sogar sehr gut, Violet!
Besonders der Tipp "satt" zum Einkaufen zu fahren ist sehr sehr wichtig!


Liebe Grüsse
Steffi
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Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #509465 ist eine Antwort auf Beitrag #508613] Mo, 02 April 2012 09:46 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Nebu ist gerade offline  Nebu
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Huhu!

Ich finde das auch total spannend, danke für diesen thread! Smile

Und vor allem: Ich erkenn mich völlig in Dir wieder!

mirabelle schrieb am Sa, 24 März 2012 20:04


Ich kaufe phasenweise viel zu viele Süßigkeiten. Aber das bedeutet nicht, dass ich sie auch esse.


Ist bei mir auch so. Manchmal liegt das Zeug bei mir auch wochen- und monatelang!

Zitat:

Zuhause wandert alles in die Süßigkeitendose. Die ist nun aber schon übervoll. Der Schrank drumherum ist auch schon voll.


Auch das handhabe ich genau so. Habe einen Korb in der Küche, aber da sind mittlerweile meine Nudelzutaten drin, dann ist die "Naschecke" in die Abstell-/Speisekammer gewandert und belegt dort ein Regalbrett. (Meistens nur sehr lückenhaft.)

Zitat:

Von den Schokotafeln habe ich auch 2 oder 3 angebrochen. Esse täglich nur etwa einen Riegel oder mal ein Stückchen von der einen und dann mal wieder von der anderen. Ich habe keine Fressanfälle mit dem Zeug. Aber trotzdem!!! Das ist doch krank, wenn wir mal ehrlich sind. Das Aussuchen und Kaufen verschafft mir so ein gutes Gefühl. Und wenn das Zeug hier liegt, ist es fast ein Gefühl von "Sicherheit", was ich habe. Essen muss ichs gar nicht unbedingt. Aber trotzdem ist es natürlich noch bescheuerter, wenn ich dann weiß, nebenan im Schrank wartet die Verführung. Wäre (vielleicht?) viel einfacher, wenn es gar nicht da wäre...


Skorpine schrieb am Mo, 26 März 2012 12:11

Und überleg dabei im Hinterkopf, ob ich mir jetz "vorsichtshalber" etwas mitnehmen soll oder nicht. Dieses "vorsichtshalber" deshalb, weil ich mir dann lieber bei einem "normalen" Einkaufen etwas mitnehme als 3 Stunden später zu Hause herumzueier, ob ich noch mal losfahren soll, um mir noch was heimzuholen oder nicht. Und das ist für mich dann der schlechtere Weg. Zu meinen schlimmeren Zeiten bring ich das nämlich durchaus ferti, dass ich kurz vor acht noch in die Klamotten spring und zum Aldi sprinte, damit ich noch was krieg für den Abend. Wenn man dann aber wieder zu Hause wieder, dann hat man nämlich nicht nur eine Packung Süßkram (ob Schokolade oder was anders sei vollkommen dahingestellt) sondern auch einen Großpackung voll schlechtem Gewissen und zum Teil auch Schamgefühl im Gepäck, weil man ganz genau weiß, dass das jetzt nicht normal ist. Dann ist man halt ein kleines Eck oder eine Hand voll und gut ist`s, was einem ja nur bestätigt, dass es jetzt so "akut" gar nicht hätte sein müssen, weil alle Läden und Märkte dieser Welt auch am nächsten Tag wieder öffnen und man auch selbst weiß, dass diese Aktion absolut bescheuert war/ist.


Ich habe für mich festgestellt: Wenn ich nix, also gar nix im Haus hab, was Knabberkram oder Schoki ist, bin ich unruhig, und denke dran, dass ich eigentlich los müsste, welche einkaufen.
Wenn welche da ist, esse ich sie zwar, aber nur, wenn ich wirklich Lust drauf habe und dann in wesentlich geringeren Mengen als ich es täte, würde ich extra noch los fahren.
Habe auch schon mal die Situation gehabt, dass ich mir nen anderen Grund ausgedacht habe, damit ich nicht nur zum naschen kaufen los fahre! Rolling Eyes

mirabelle schrieb am So, 25 März 2012 10:27

Denn es geht mir ja nicht nur um den Kauf, sondern darum, das Zeug zu haben. Wenn es da ist, sinkt das Bedürfnis, es zu essen.


Auch das kann ich 1:1 bestätigen. Nod

Zitat:

Ich erlaube mir teilweise auch, zwei Tafeln Schokolade o.ä. zu kaufen, weil ich einen vagen Plan habe, diese zu verschenken und jemandem damit Gutes zu Tun. Das war erst gestern so. Ich denke dann, "wenn jemand zu Besuch kommt" oder "mag mein Bruder sicher gerne".



Jep... "wenn Jonas kommt, muss ich ja was zu knabbern im Haus haben".

Echt krass, dass es Dir dann genau so geht, also insgesamt!


Eckdaten: weibl., 32 J. alt, 1,73 m groß, Bürojob, Vegetarier
Hobbies: westernreiten, Schlange und Meerschwein, Live- und Pen&Paper-Rollenspiel, Computerspiele, malen und zeichen, Zinnminiaturen anmalen, Fantasybücher lesen, Musik hören, Brettspiele, Tabletop etc.
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Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #510098 ist eine Antwort auf Beitrag #509465] Di, 10 April 2012 00:05 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
mirabelle
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Nebu schrieb am Mo, 02 April 2012 09:46


...bring ich das nämlich durchaus ferti, dass ich kurz vor acht noch in die Klamotten spring und zum Aldi sprinte, damit ich noch was krieg für den Abend.



...habe ich auch schon oft gemacht...

Nebu schrieb am Mo, 02 April 2012 09:46


Habe auch schon mal die Situation gehabt, dass ich mir nen anderen Grund ausgedacht habe, damit ich nicht nur zum naschen kaufen los fahre! Rolling Eyes



Genau. Innerlich legt man sich einen Grund zurecht, das kenne ich auch. Ich würde z.B. nie losgehen, um den Brief noch einzuwerfen aber hab dann eine Ausrede für mich selbst, warum ich jetzt nochmal losgehe. Und was die Einkäufe an sich angeht, fällt mit immer noch was ein, was ich noch brauchen könnte und wenn es nur eine Sache ist.

Nebu schrieb am Mo, 02 April 2012 09:46


Echt krass, dass es Dir dann genau so geht, also insgesamt!


Ja, sind uns da wohl wirklich sehr ähnlich.

Ich glaube, dass es viele viele gibt, die so ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Für viele ist das glaub ich auch ganz normal. Also ich meine, die fühlen sich nicht mal bewusst schlecht damit, so wie wir.

Ich habe das schon als Kind so gemacht teilweise. Immer nochmal zum Kiosk und was kaufen aber da hab ichs glaub ich meist auch schnell aufgegessen und nicht eingebunkert. Da war sicher die Steuerung durch die Vernunft nicht so stark.

So richtig schlimm hab ichs aber lange nicht mehr gemacht. Erinnere mich noch an Zeiten am Anfang von meinem Studium, da war ich sehr einsam in der neuen Stadt anfangs und sehe mich noch vom Bäcker zum Supermarkt und mit voller Tasche wieder nach Hause und ins Bett...


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Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #510301 ist eine Antwort auf Beitrag #508613] Mi, 11 April 2012 21:13 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
mirabelle
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Nebu, was machst du denn mit dem Zeug, wenn du es dann eigentlich nicht essen willst? Ich habe den Großteil in eine Tüte gesteckt und ganz hinten in einem Schrank verstaut (nicht in der Küche). So ist es erstmal komplett aus den Augen und auch aus dem Sinn. Und wenn ich zu Freunden gehe oder Besuch da ist, kann ich was rausholen.

Heute war diese Vorrat-Einkaufsverlockung plötzlich wieder da, zum ersten mal seit ich das hier geschrieben habe. Habe mir dann bewusst gemacht, dass ich es doch jetzt gar nicht essen will. Und dass ich es dann auch nicht kaufen muss. Dass ich es, wenn ich es dann irgendwann wirklich essen will, jederzeit kaufen kann.
Hat nicht ganz geklappt. Eine Tafel Schokolade ist auf dem Band gelandet. Rolling Eyes


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Re: Einkaufsverhalten und Essensvorrat... [Beitrag #510317 ist eine Antwort auf Beitrag #508613] Do, 12 April 2012 07:38 Zum vorherigen Beitrag gehen
Nebu ist gerade offline  Nebu
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Teils teils, also ich habe eine Kiste in der Küche, wo ich "kleinen" Naschkram, also Schokoladentafeln und Bonbons und kleine Kekspackungen reintu, und alles, was mehr Platz wegnimmt, also Chipstüten etc. kommen in eine Ikea-Tüte aufs Abstellkammerregalbrett.
Ich habe da erstaunlicherweise überhaupt kein Problem, wenn das offen rumliegt. Es geht ums Wissen, dass es da ist, und dass ich es essen könnte, wenn ich wollte. Und wenn ich nicht eh Appetit drauf habe, krieg ich auch keinen nur durch den Anblick.

Toi toi toi!


Eckdaten: weibl., 32 J. alt, 1,73 m groß, Bürojob, Vegetarier
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