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Hypochondrie durch Übergewicht [Beitrag #587430] Sa, 03 Februar 2018 04:20 Zum nächsten Beitrag gehen
Else2018 ist gerade offline  Else2018
Beiträge: 3
Registriert: Februar 2018
Junior Member
Hallo zusammen,
kennt ihr das auch, diese starke Angst vor Krankheiten durch euer Übergewicht? Grundsätzlich bin ich kein Hypochonder und abgesehen von meinem starken Übergewicht (BMI 42) bin ich gesund: keine Diabetis, kein Bluthochdruck, gutes Blutbild...Doch trotzdem erwische ich mich in letzter Zeit immer wieder dabei, schon fast panische Angst durch kleine Wehwehchen zu bekommen. Beispiele: Tut mir nach längerem Sitzen der Oberschenkel weh, denke ich sofort an eine Trombose. Zieht mal ein Nerv im Kopf, habe ich Angst vor einem Schlaganfall. Habe ich Muskelkater vom Sport in Brust und Armen und sticht dementsprechend meine linke Seite nachts, befürchte ich sofort einen Herzinfarkt. Wäre ich noch so schlang und sportlich wie früher, würde ich mir über diese Dinge 0 Gedanken machen und die rein rationalen Erklärungen zulassen. Doch durch das Übergewicht ist da immer diese Sorge. Als würde ich regelrecht darauf warten, als wäre es unumgänglich, irgendwann für die Vernachlässigung meines Körpers die Quittung zu kriegen. Und diese Sorge bleibt nicht ohne Folgen. Besonders nachts vorm Einschlafen kommt diese Angst und hält mich wach, in Form von Atemnot (wenn ich mich auf die Atmung konzentriere, kann ich allerdings durchatmen) und Herzrasen (tatsächlich rast es nie, aber es fühlt sich stets so an). Abhilfe schafft nur Entspannung. Da das gar nicht so leicht ist, bleibt noch Ablenkung, z.B. durch YouTube und Co. Am nächsten Tag bin ich dann müde und erschöpft, sodass ich mein Sportprogramm nur schwer absolvieren kann oder meinen Ernährungsplan nicht einhalte, weil ich das Gefühl habe, Kraft zu brauchen. Letztendlich läuft es so darauf hinaus, dass ich Angst habe, zu viel Sport zu machen und zu wenig zu essen. Das könnte ja schließlich meinen Körper endgültig an seine Belastungsgrenze bringen. Also stehe ich mir weiter selbst im Weg...
Aw: Hypochondrie durch Übergewicht [Beitrag #587448 ist eine Antwort auf Beitrag #587430] Sa, 03 Februar 2018 22:19 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
liofaria ist gerade offline  liofaria
Beiträge: 384
Registriert: Dezember 2010
Senior Member
Hallo Else,

das hört sich sehr anstrengend an, puh. Ich lese aber aus Deinen Zeilen, daß Du den Entschluss, abzunehmen, gefasst hast und auch dran bist, ja? Hast Du da Begleitung? Psychologischer und/oder ärztlicher Natur?
Wie wäre es - ich weiß ja nun überhaupt nicht, ob Dein Alltag sowas erlaubt, aber ich schreibe trotzdem - denn mit einer psychosomatischen Kur? Da sind dann ja Ärzte und Therapeuten und MitpatientInnen, mit denen Du das durchstehen kannst...

Ich wünsch Dir alles Gute

Lio
Aw: Hypochondrie durch Übergewicht [Beitrag #587519 ist eine Antwort auf Beitrag #587448] Di, 06 Februar 2018 10:49 Zum vorherigen Beitrag gehen
Else2018 ist gerade offline  Else2018
Beiträge: 3
Registriert: Februar 2018
Junior Member
Hallo Lio,
vielen Dank für deine Antwort. Ja, ich will abnehmen und bin auch bereits dabei. Eine ärztliche Begleitung erfolgt durch meinen Hausarzt, doch wie bereits geschildert bin ich körperlich grundsätzlich vollkommen gesund. Und vielleicht klang meine erste Schilderung zu extrem. Mir geht es auf keinen Fall regelmäßig so und ich fühle mich damit auch nicht hilflos oder überfordert, nur genervt, weil ich mir der Irrationalität der Bedenken durchaus bewusst bin.
Hier im Forum geht es viel um Selbstwahrnehmung und wie sich diese durch das Übergewicht verändert. In quasi allen Fällen geht es dabei um das Selbstbewusstsein, das Aussehen und das Selbstwertgefühl. Ich würde in diesem Thema hier nun gerne den Fokus auf die gesundheitliche Wahrnehmung legen und die (oft) unbegründeten Gedanken, die man sich macht. Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombose, Diabetes und Cholesterinspiegel sind die 5 Schlagwörter, die einem überall in Verbindung mit Übergewicht begegnen. Ganz unabhängig von der Tatsache, dass Übergewicht aus vielerlei Gründen nicht gesund ist, stelle ich doch eine große Panikmache von außen fest, die sich irgendwann auf einen überträgt. Denn alle fünf Erkrankungen treffen ja nicht nur Dicke, sondern schlanke Menschen gleichermaßen. Der Punkt ist aber, dass man sich als schlanker Mensch (und das habe ich oben darzustellen versucht) überhaupt gar keine Gedanken darum macht, aber mit Übergewicht regelrecht erwartet, dass einen eine dieser Krankheiten trifft oder gleich alle, selbst wenn man körperlich genauso gesund ist wie vorher. Wenn ich also z.B. vor ein paar Jahren mal zu ausgiebig Sport getrieben hatte und mit den entsprechenden Symptomen wie Unruhe, Muskelzittern usw. abends im Bett lag, war ich mir genauso wie heute bewusst, wo es herkommt, habe mir aber keinerlei weitere Gedanken darum gemacht (Warum auch?), während ich heute Angst habe, welche Folgen das für mich haben könnte, weil Übergewichtige ja viel schneller einen Herzinfarkt erleiden usw. usw.
Ich hoffe, ich konnte jetzt verständlich machen, worum es mir geht und bin gespannt, wer von euch noch ähnliche Erfahrungen zu dem Thema beisteuern kann. Hier gehört auch die Frage hin, ob man als Dicke Angst vor der Schwangerschaft haben sollte, weil das ja "auf jeden Fall" schädlich für das Baby ist (Schwangerschaftsdiabetes trifft vorwiegend Dicke etc.).
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