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Halllo [Beitrag #399668] Sa, 26 Dezember 2009 19:39 Zum nächsten Beitrag gehen
Yaakov ist gerade offline  Yaakov
Beiträge: 2
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Hallo,

ich weiss nicht,ob ich hier richtig bin. Es geht eigentlich nicht um mich, sondern um meine Mutter, denn wir sind in der Familie etwas verzweifelt, da sie mittlerweile ein das Leben einschränkendes Übergewicht erreicht hat und sich nicht helfen lassen will.

Vielleicht ein paar Eckdaten:
Sie ist 60 Jahre , 1,55m groß und 108 kg schwer(eigentlich ein Staatsgeheimnis, aber ich habe es durch Tricks trotzdem herausgefunden). Vor 18 Jahren brach sie sich ihr Fussgelenk, welches nach 2 Operationen wieder hergestellt werden konnte, ihr aber mittlerweile Probleme bereitet, so dass sie seit 2 Jahren keine längeren Strecken gehen kann und sogar hinkt. Leider tut sie alles um dies zu kaschieren und weigert sich zu einem Arzt zu gehen (mit der Ausrede, dass man ihr damals angeblich gesagt habe, sie werde wohl im Alter mal Probleme mit ihrem Fuss bekommen und man folglich soweiso nichts machen könne).

Gespräche über das Thema Gewicht, weicht sie sehr schnell aus.
Sie sieht zwar selbst ein, dass sie unbedingt abnhemen muss, allerdings kommt sie dann, wenn man sie darauf anspricht, wie sie es sich denn vorstellt, mit höchst fragwürdigen teilweisse absurden Plänen an: "ab morgen werde ich nur noch Äpfel essen", " ab morgen mache ich nur FDH", "ab morgen esse nichts mehr Süßes" usw.

Ein ernsthaft durchdachter Plan steckt jedenfalls nie dahinter. Und das ist ja gerade das Frustierende: sie versucht es noch nicht einmal (!!) sondern umgeht ein eventuelles scheitern damit, dass sie es noch nicht einmal auf eine Bewährung ankommen lässt. Zweifelsohne ist sie unglücklich mit ihrem Gewicht, da es sehr ihre Mobilität einschränkt.

Da ich selber in den letzten 3 Jahren ein kleines Bäuchlein bekommen habe und es seit 2 Jahren versuche loszuwerden, weiss ich wie schwer abnehmen ist. Gerade, wenn es sich um mindestens 35 Kilo handelt


Meine Frage an die Runde wäre: wie könnte ich sie animieren, dieses Problem in Angriff zu nehmen? Sie zu einem Arzt schleppen, ohne ihr vorher zusagen, wohin es geht?
Sie unter Vorspeilung falscher Tatsachenin eine Weightwatchers Gruppe schleusen?
Gutes verständisvolles Zureden hat leider bisher nichts gebracht



LG

Yaakov


Re: Halllo [Beitrag #399679 ist eine Antwort auf Beitrag #399668] So, 27 Dezember 2009 00:50 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Anita ist gerade offline  Anita
Beiträge: 455
Registriert: Oktober 2008
Senior Member
Hallo Yaakov

herzlich willkommen,
ich finde es wirklich toll, daß Du Dich hier angemeldet hst, um Deiner Mutter zu helfen.
Deine Zeilen hben mich auch sehr angesprochen, denn was Du von Deiner Mutter schreibst hätte auch ein Hilferuf meines Sohnes sein können. Meine Ausgangssituation war vor 16 Monaten fast identisch, der einzige Unterschied war, daß ich zwei gesunde Füße habe.

Ich bin 58 Jahre, 162 cm groß und habe fast 130 kg gewogen und habe mich genauso verhalten wie Deine Mutter, das Gewicht war ein Staatsgeheimnis und das Thema Abnehmen war tabu. Gut gemeinte Ratschläge habe ich abgewehrt, den Fragen bin ich ausgewichen. Mir ging es wirklich sehr schlecht und ich war oft richtig verzweifelt, weil ich immer dicker wurde. Aber nach außen hin wollte ich es mir nicht anmerken lassen. Und natürlich bin ich auch zu keinem Arzt gegangen, weil ich genau wußte, was ich da zu hören bekommen würde.

Deshalb kann ich mich auch sehr gut in die Situation Deiner Mutter versetzen. Deine Mutter weiß sehr genau, wie es um sie steht. Es ist auch klr, daß sie sich mit dem Gewicht nicht wohlfühlt, aber sie schafft es aus eigener Kraft auch nicht abzunehmen. Es kann sein, daß sie schon öfter mal eine Diät gemacht hat und hinterher nur dicker geworden ist. So läuft es nämlich bei vielen Frauen, man macht eine Diät nach der anderen, verändert aber die Lebensweise sonst nicht und nimmt nach jeder Diät wieder mehr zu.
Und irgendwann mag man auch keine Diät mehr machen, weil es ja doch sinnlos ist.

Bei mir hat es viele Jahre gedauert, bis ich verstanden habe, daß man nur abnehmen kann, wenn man sich viel bewegt. Ich bin sicher, daß Deine Mutter das sehr genau weiß. Aber mit 60 Jahren ist es wahnsinnig schwer, noch mit Sport anzufangen, davor hatte ich ja auch große Angst. Und da kommt Deiner Mutter die Sache mit dem Fuß als Begründung, weshalb sie keinen Sport machen kann, ja sehr passend. Irgendwie ist das ein Teufelskreis, aus dem Deine Mutter alleine (das hast Du also richtig erkannt) nicht rauskommt. Aber auch die Familie ist hier überfordert. Deine Mutter ist für sich alleine verantwortlich, Ihr könnt sie nicht bevormunden und schon garnicht könnt Ihr sie unter einem Vorwand zum Arzt bringen. Sie allein muß es wollen. Und sie muß bereit sein, Hilfe anzunehmen, das ist manchmal am schwersten.

Es wäre sehr gut, wenn Deine Mutter einem Termin bei einem Arzt zustimmt, den Termin auch selbst vereinbart und bereit ist, ausführlich über ihre Situation zu sprechen. Sie könnte z.B. eine Kur machen, da gibt es dann Anleitung für Gymnastik, Walken, Schwimmen und auch Ernährungsberatung. Zu Hause kann man das fortsetzen, vielleicht regelmäßig mit einer Gruppe walken oder schwimmen.

Hast Du Deiner Mutter einmal gesagt, wie schwer diese Situation für Dich ist, daß es Dich sehr belastet, zu wissen, daß es ihr nicht gut geht. Daß Du ihr helfen willst, aber nur, wenn sie das auch selbst will. Daß Du sie bei allem, was sie tun wird unterstützen willst, aber sie soll selbst entscheiden, welchen Weg sie gegen will, ein Gespräch mit dem Arzt, eine Beratung bei der Krankenkasse (meine AOK macht z.B. sehr gute Angebote zum Abnehmen, für mehr Bewegung etc).

Aber wenn alles nichts hilft, mußt Du akzeptieren, daß Du nichts ändern kannst. Dann mußt Du das Thema Abnehmen ad acta legen und Deine Mutter so nehmen und lieben wie sie ist.

Ich wünsche Dir zunächst ein gutes und offenes Gespräch mit Deiner Mutter und hoffe, daß Ihr dann gemeinsam die richtige Entscheidung treffen könnt.


Liebe Grüße aus Frankfurt am Main
von Anita
Meine Fitness-Kolumne
Mein Tagebuch

http://www.jogmap.net/laufstrecken/170383.jpg seit 14. März 2010
http://diaet.abnehmen-forum.com/ticker2/fitness/gewicht/images/1259235678_89_13_226_0.png

Start: 124 kg am 01.09.2008
100 kg am 01.03.2009 = erreicht!
90 kg am 01.09.2009 = erreicht am 20.08.
Ziel 70 kg am 01.09.2010

Sportlich
5 km Walken am 01.05.2009 erreicht!!!
10 km Laufen am 01.11.2009 erreicht!!

Ziele:
31.10.2010 - Staffellauf beim Frankfurt Marathon
Halbmarathon im Mai 2011 - diesen Halbmarathon schenke ich mir zu meinem 60. Geburtstag!!

[Aktualisiert am: So, 27 Dezember 2009 01:05]

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Re: Halllo [Beitrag #399689 ist eine Antwort auf Beitrag #399679] So, 27 Dezember 2009 11:51 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Yaakov ist gerade offline  Yaakov
Beiträge: 2
Registriert: Dezember 2009
Junior Member
Hallo Anita,

vielen Dank für deine nette Antwort. Hezlichen Glückwunsch zu den verlorenen 40 Kilos.
WOW!
Respekt!
Es ist sehr schön von solch einer Erfolgsstory zu hören.
Was (oder Wer) hat dich konkret veranlasst, soviel abzunehmen und vorallem dabei so durch zu halten? Welche Methode hast du denn angewendet? Du siehst ich bräuchte ein paar Inspirationen Razz .

Aber mit 60 Jahren ist es wahnsinnig schwer, noch mit Sport anzufangen, davor hatte ich ja auch große Angst. 


Ja das ist wohl war. Meine Mutter hat bis vor 5 Jahren auch ab und zu noch gewalkt. Leider ist ihre Walkpartnerin inzwischen verstorben, so dass es an den Nagel gehängt hat. Angesichts des Problems mit ihrem Fuß, ist Walken z.Zt. keine wirkliche Option.

Es wäre sehr gut, wenn Deine Mutter einem Termin bei einem Arzt zustimmt, den Termin auch selbst vereinbart und bereit ist, ausführlich über ihre Situation zu sprechen.


Oh...glaube mir....es wäre einfacher Berge zu versetzen als meine Mutter zum Arzt zu bewegen. Ich hatte schon tausend Gespräche mit ihr gehabt. Wenn ihr's zu bunt wird, lügt sie mich an und sagt, sie sei letzte Woche dort gewesen und er habe ihr gesagt, das alles in Ordnung sei, nur sie müsse eben "etwas" abnehmen

 Sie könnte z.B. eine Kur machen,...

Habe ich auch schon daran gedacht. Sie beruflich sehr eingespannt und somit kommt eine Kur weniger in Frage. Zudem ist meine Großmutter pflegebedürftig und meine Mutter würde nie für 6 Wochen irgendwo hin fahren, obwohl eine Ganztagspflegekraft vorhanden ist.

Aber wenn alles nichts hilft, mußt Du akzeptieren, daß Du nichts ändern kannst. Dann mußt Du das Thema Abnehmen ad acta legen und Deine Mutter so nehmen und lieben wie sie ist. 


Ich liebe sie ja, wie sie ist. Allerdings hätte ich gerne noch ein paar Jahre was von ihr! Wenn sie so weiter macht, wird vielleicht meine Großmutter sie überleben...eine Horrorvorstellung! Deswegen kann ich das Thema einfach nicht ad acta legen.

LG

Yaakov
Re: Halllo [Beitrag #399718 ist eine Antwort auf Beitrag #399668] So, 27 Dezember 2009 17:25 Zum vorherigen Beitrag gehen
Anita ist gerade offline  Anita
Beiträge: 455
Registriert: Oktober 2008
Senior Member
Hallo Yaakov
ich fürchte, Du wirst zur Zeit bei Deiner Mutter nichts erreichen. Deine Mutter wird von allen Seiten gefordert, da hat sie nicht die Zeit und die Kraft, sich mit dem Abnehmen auch noch zu beschäftigen.
Die Situation ist doch so:
Sie arbeitet, ist beruflich sehr eingespannt,
Deine Großmutter ist pflegebedürftig - auch wenn tagsüber eine Pflegekraft da ist, deckt Deine Mutter die restliche Zeit ab, trägt hier die Verantwortung. Und dann ist da noch das "Übliche", nämlich Haushalt, Familie usw.

Ich habe auch jahrelang gearbeitet und mich um Leute gekümmert, es gab kaum eine Minute, die ich für mich alleine hatte. In dieser Zeit bin ich auch so dick geworden. Es war so, als ob ich einen Schutz um mich gebaut habe. Und als ob ich mehr Gewicht brauchte, um stehen bleiben zu können, um nicht umzufallen, wenn von allen Seiten an mir gezogen wird, weil jeder etwas von mir verlangt hat. In dieser Zeit hat mein Sohn uch immer wieder das Thema "abnehmen" angesprochen, das war schrecklich für mich. Ich wußte, daß er Recht hat, daß mich das Übergewicht krank machen wird - ich hatte ja schon erhöhte Zuckerwerte.
So dürfte es jetzt Deiner Mutter gehen. Gespräche über das Abnehmen - auch wenn es von Dir lieb gemeint ist - kann sie jetzt nicht ertragen. Und wenn Du immer wieder das Thema anschneidest, quälst Du sie. Zu sagen, daß sie bereits beim Arzt war, ist eine hilflose Abwehr, denn Du legst jedes Mal den Finger in die offene Wunde.

Ich kann Dir zur Zeit nur den Rat geben, sie in Ruhe zu lassen, das Thema vorerst nicht mehr anzuschneiden. Stattdessen könnte man überlegen, wie man sie entlasten kann. Ich kenne Eure familiäre Situation natürlich nicht, aber ein Pflegefall in der Familie führt sehr schnell zu einer großen Belastung - aller Familienmitglieder.

Ich denke, daß Deine Mutter erst abnehmen wird, wenn der Leidensdruck groß genug ist. Und bis dahin mußt Du Geduld mit ihr haben. Sie ist alleine für ihren Körper und ihre Gesundheit verantwortlich. Nicht DU, nicht der Arzt, nicht die Umwelt. Sie aleine entscheidet, wann es Zeit ist, das Ruder rumzureißen. Und dann ist es wichtig, daß ihr sie unterstützt, motiviert und begleitet.

Bei mir kam der Punkt ganz plötzlich. Ich hatte eine Reise in den Oman gebucht - eine Tour in LandRovern durch die Wüste, Übernachtung bei Beduinen, Wanderung im Weihrauchtal, zu den Meeresschildkröten etc. Ich wollte diese Reise unbedingt machen. Und bei den Vorbereitungen wurde mit klar, daß ich das körperlich nicht schaffen kann - bei der letzten Reise in den Iran war ich körperlich schon an meine Grenzen gekommen, jetzt hatte ich nochmal 20 kg zugelegt. Das war der Moment, in dem ich selbst beschlossen habe, daß ich die 20 kg vor der Reise abnehmen muß. Und dann hat mein Sohn ganz toll reagiert und mir einen Private Trainer besorgt. Aber da hatte er auch schon sehr lange auf diesen Moment gewartet, es waren wirklich Jahre.

Wenn Du magst, kannst Du das mal lesen. Ich habe damals ein Tagebuch geschrieben und ins Internet gestellt. Ich hatte Angst, daß ich es nicht schaffe, nach der Reise weiter abzunehmen, deshalb habe ich mir als Ziel den Halbmarathon gesetzt und bin damit sozusgen in die Öffentlichkeit gegangen. Das hat mir dann auch geholfen, weiter Sport zu machen. Ich habe dabei gelernt, mich selbst wichtig zu nehmen, mich wieder selbst zu lieben - aber auch gelernt, Hilfe anzunehmen. Alleine also ohne meinen Sohn und den Trainer, ohne Freunde, hätte ich es nicht geschafft
Heute bin ich beim Spiridon-Silvesterlauf in Frankfurt/Main mitgelaufen - ich war die Vorletzte im Ziel, aber ich habs geschafft, mein erster Zehner.


Ich hoffe, daß es bei Deiner Mutter auch irgendwann mal Klick macht und sie sich selbst am wichtigsten ist, dann kann sie auch abnehmen. Manchmal ist es ein langer Weg.

Liebe Grüße
von Heidi


P.S.: Das ist der Link zum ersten Tagebuch-Beitrag
http://www.faktuell.de/content/view/2313/1/

Du kannst dann zu den Fortsetzungen immer ganz unten auf den WEITER-Button klicken.
Irgendwann - ich glaube bei Kapitel 18 ist ein Programmierfehler drin, dann muß mn wohl auf den Rückwärts-Button klicken.
der letzte Beitrag steht auf www.marathonia.de - der ist leider aus dem Juli, aber zur Zeit schreibe ich wieder neue Artikel.





Liebe Grüße aus Frankfurt am Main
von Anita
Meine Fitness-Kolumne
Mein Tagebuch

http://www.jogmap.net/laufstrecken/170383.jpg seit 14. März 2010
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Start: 124 kg am 01.09.2008
100 kg am 01.03.2009 = erreicht!
90 kg am 01.09.2009 = erreicht am 20.08.
Ziel 70 kg am 01.09.2010

Sportlich
5 km Walken am 01.05.2009 erreicht!!!
10 km Laufen am 01.11.2009 erreicht!!

Ziele:
31.10.2010 - Staffellauf beim Frankfurt Marathon
Halbmarathon im Mai 2011 - diesen Halbmarathon schenke ich mir zu meinem 60. Geburtstag!!
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