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Süßstoffe [Beitrag #1242] Fr, 10 September 2004 20:41
Frosch ist gerade offline  Frosch
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Da es immer wieder Verwirrungen und Vorurteile, die größtenteils nicht haltbar sind, über bzw. zum Thema Süßstoffe gibt, erscheint es zweckmäßig, das Thema Süßstoffe ein wenig zu durchleuchten.


Süßstoffe und Insulinsekretion:

Eines der größten Vorurteile gegenüber Süßstoff ist der verbreitete Irrglaube, daß Süßtstoffe die Insulinsekretion anregen und dadurch Appetit erzeugen. Es ist richtig, daß ältere, wissenschaftliche Studien einen solchen Zusammenhang aufgedeckt haben, allerdings waren diese Ergebnisse bis heute nur in den Köpfen der Menschen haltbar - nicht aber auf wissenschafticher Ebene.
Zwischenzeitlich kamen mehrere Versuche und Studien zu dem Ergebnis, daß Süßstoffe keine Insulinsekretion anregen und über den Blutzuckerspiegel damit auch kein Hungergefühl auslösen können. Gerade in diesem Zusammenhang erscheint es sinnvoll, anzumerken, daß auch Gesellschaften und Forschungsinstitute im Zusammenhang mit Diabetes die Benutzung von Süßstoffen ( statt Zucker, Honig, etc. ) anraten, gerade weil Süßstoff keinen Einfluß auf den Blutzuckerspiegel hat. Auf den Internetseiten des Deutschen Diabetes Zentrums Düsseldorf http://www.diabetes-deutschland.de lassen sich zum Thema Süßstoffe und Diabetes einige Informationen finden.
Es gibt m.W. bis heute keinen wissenschaftlichen Nachweis einer appetitanregenden Wirkung der Süßstoffe, die nicht widerlegt wurden. Es ist aber durchaus denkbar, daß die Süße eine psychische Rolle spielt und dadurch ggf. eine solche Wirkung haben kann.


Süßstoffe und Schweinemast ?

Auch geistert immer wieder das Gerücht durch die Welt, Süßstoffe werden in der Schweinemast verwendet, um den Appetit der Ferkel anzuregen. Richtig ist zwar, daß Süßstoffe zwar in der Schweinemast Verwendung finden, aber nicht um den Appetit anzuregen, sondern um die Ferkel von der süßen Muttermilch zu entwöhnen. Tatsächlich zeigt sich, daß die Ferkel bei ungesüßtem Mastfutter weniger fressen, weil sie die süße Muttermilch gewohnt sind. Um dies zu verhindern, werden sie mit gesüßtem Mastfutter von der Muttermilch entwöhnt und i.d.R. wird Zugabe von Süßstoffen nach wenigen Wochen eingestellt. Man könnte einwenden, daß man das Mastfutter mit Zucker süßen könnte. Da sich allerdings eine Reihe von Problemen bei der Verarbeitung von Zucker im Mastfutter ergeben, scheidet diese Option aus.
Ähnliches kennt man übrigens auch vom Menschen. Man spricht häufig sehr davon, daß die Vorliebe für Süßes dem Menschen angeboren sei.

Sind Süßstoffe gesundheitsgefährdend ?
Es stellt sich die Frage nach dem Gesundheitsaspekt. Nachdem Schreckensmeldungen wie "Süßstoff Aspartam verursacht Hirntumore" oder "Krebs durch Süßstoffe" nun auch schon ewig durch die Presse und die Köpfe der Menschen gespuckt sind, ist es zweckmäßig, auf dieses Problem ein Auge zu werfen.
3 Beispiele :
So stand zum Beispiel Aspartam im Verdacht, krebserregend zu sein, weil bei der Aufspaltung des Aspartams im Körper Methanol freigesetzt wird. Allerdings zeigte sich in einer Reihe von Versuchen, daß die freigesetzten Mengen derart gering sind, daß für den Menschen keinerlei Gefahr besteht. Wer an dieser Stelle Panik vor Methanol bekommt, der sei beruhigt: auch bei gärungsgeneigter Kost wie Obst und Gemüse entsteht im Dünndarm Methanol.
Zum anderen entdeckte man bei Experimenten mit Cyclamat an Ratten, daß dies eine tumorauslösende Wirkung haben kann. Allerdings entsprach die Dosis, die die Ratten im Test verabreicht bekommen haben, einer täglichen Einnahme von 5000 Süßstofftableten. Darüber hinaus wies das Experiment gravierende wissenschaftliche Fehler auf.
Saccharin als drittes Beispiel stand Jahre in den USA auf der Liste krebserregender Stoffe. Zahlreiche Studien widerlegten diese Annahme und Saccharin gilt seitdem als gesundheitlich unbedenklich.

Viele Studien und Untersuchungen haben bis heute gezeigt, daß Süßstoffe gesundheitlich ( weitgehend ) unbedenklich sind. Alle Horrormeldungen oder auch Studien konnten bis heute wissenschaftlich widerlegt werden. Dennoch hat die Weltgesundheitsorganisation für Süßstoffe ( wie auch für viele andere Stoffe ) einen Grenzwert festgelegt - den ADI-Wert. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich acceptable daily intake und bezieht sich darauf, welche Mengen eines Stoffes ein Mensch sein Leben lang täglich zu sich nehmen kann, ohne nach heutigem Kenntnisstand mit gesundheitlichen Folgen rechnen zu müssen. Der z.B. für Aspartam festgelegte ADI-Wert von 0-40 mg/kg Körpergewicht bedeutet also, dass ein Mensch sein Leben lang ohne erkennbares gesundheitliches Risiko täglich bis zu 40 mg Aspartam pro Kiloramm Körpergewicht verzehren kann. Umgerechnet auf ein durchschnittliches Körpergewicht von 70 kg beträgt die zulässige Menge also 2,8 g Aspartam. Das entspricht der Süßkraft von 560 Gramm Zucker. Diese Menge Aspartam ist beispielsweise in vierzehn (!!!) 330-ml-Dosen Limonade enthalten, die mit der in der EU definierten Höchstmenge an Aspartam gesüßt ist. Umgerechnet auf Tafelsüßen entspricht der Wert etwa125 Süßstofftabletten.

Es ist allerdings zu beachten, daß bei der Ernährung von Kleinkindern Kindern gewisse Vorsicht geboten ist. Süßstoffe sind hier ungeeignet und Süßstoffe & Co. sollten auf jeden Fall Platz machen für eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Eltern können über die Erziehung bzgl gesunder Ernährung und Nahrungsmitteln ihren Kindern viel mit auf den Weg geben.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß vieles von dem, was man über Süßstoffe hört und darüber verbreitet wird, Humbug ist. Vieles ist eben doch nur Gerücht, Panikmache, Unwissenheit oder ähnliches.

Dennoch kann der Rat nur lauten: wenn möglich, dann sollten natürliche Alternativen bevorzugt werden - schon allein wegen des besseren, natürlicheren Geschmacks. "Lieber natürlich" sollte ohnehin das Motto einer gesunden Ernährung sein - auch während einer Diät.


Links gelöscht weil sie nicht mehr gehen


Born out of chaos, grew through the dust
The force of emotion, really screwed us up

( Hill / Spooner 1985 )
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