Monosodiumglutamat kann zu Übergewicht führen

Menschen, die Monosodiumglutamat- kurz: MSG, ein Salz der Glutaminsäure – als Geschmacksverstärker über die Nahrung zu sich nehmen, neigen stärker zu Übergewicht oder Adipositas, selbst bei gleicher körperlicher Aktivität und Gesamtkalorienzufuhr. Zu diesem Ergebnis gelangte eine Studie der University of North Carolina, Chapel Hill School of Public Health, die in der Zeitschrift „Obesity“ veröffentlicht wurde.

Studie in China: Zusammenhang zwischen MSG- Mengen und Körpergewicht

MSG, das die U.S. Food and Drug Administration und andere Gesundheitsorganisationen inzwischen als „sicher“ eingestuft haben, ist in der asiatischen Küche besonders beliebt. Nicht nur als Pulver, sondern auch als Bestandteil von gebräuchlichen Gewürzmischungen und Soßen gelangt dieses Salz, das zum Beispiel in Soja enthalten ist, in viele asiatische Gerichte.
Forscher an der UNC und in China untersuchten 752 chinesische Männer und Frauen im Alter zwischen 40 und 59 Jahren, die in ländlichen Gebieten lebten und nicht an schwerwiegenden Erkrankungen litten. Die Mehrheit der Teilnehmer bereitete ihre Mahlzeiten ausschließlich zu Hause aus natürlichen Nahrungsmitteln zu, ohne dabei industriell bearbeitete Zutaten zu verwenden, 82,4 % der Testpersonen benutzten MSG. Die Probanden wurden je nach der verwendeten Menge in drei Gruppen unterteilt, wobei der durchschnittliche Verbrauch bei 0,33 g pro Tag lag. Im Ergebnis zeigte sich, dass in der Gruppe derer, die MSG in der höchsten Dosierung konsumierten, fast drei Mal so viele Personen übergewichtig waren als in derjenigen, die kein MSG verwendeten. Auch die eingehende Beobachtung der physischen Aktivität, der gesamten Kalorienzufuhr und anderer möglicher Faktoren für ein abweichendes Körpergewicht änderte nichts an dieser deutlichen Tendenz.
Aus der Analyse der Gewichtsverteilung im Zusammenhang mit der zugeführten MSG-Menge leiteten die Forscher weiter ab, dass ein höherer Tagesverbrauch von einem Gramm sich in einem höheren BMI von durchschnittlich 0,61 niederschlägt. Außerdem unterschied die MSG-Konsumenten von den anderen, dass diese größere Anteile an tierischen Eiweißen, Fetten und Cholesterin aufgenommen, sich dafür aber weniger pflanzliche Proteine, Kohlenhydrate und einige wichtige Mineralien zugeführt hatten.

Ergebnis steht im Einklang mit bisheriger Forschung an Tieren

"Untersuchungen an Tieren haben bereits vor Jahren gezeigt, dass der Konsum von MSG mit Übergewicht in Zusammenhang stehen kann", erklärt Ka He, Assistenzprofessor an der UNC School of Public Health, “unsere Studie ist jedoch die erste, die einen solchen Zusammenhang auch für Menschen darlegt.“ Da MSG in sehr vielen industriell produzierten Nahrungsmitteln als Geschmacksverstärker eingesetzt wird und sich die Mengen kaum bestimmen lassen, ist die Auswirkung auf den menschlichen Organismus besonders schwierig zu beobachten. Auch gibt es bisher keine zufriedenstellende Methode, die Substanz im menschlichen Körper nachzuweisen. Daher wählten He und seine Kollegen bewusst Testpersonen aus den ländlichen Regionen Chinas, weil diese wenig künstlich veränderte Lebensmittel essen, aber in bestimmbaren Mengen MSG bei der Zubereitung der Speisen in der heimischen Küche verwenden.
Bereits 1969 ergab die erste Untersuchung an Mäusen einen Zusammenhang zwischen der Tendenz zu Übergewicht und MSG-Aufnahme. Die Forscher stellten damals an den Mäusen hypothalamische Störungen fest, die sie vermuten ließen, dass MSG die hormonelle Appetitregulation durcheinander bringen und dadurch Übergewicht verursachen könnte. Hierzu wird es in Zukunft noch weiterer Untersuchungen bedürfen. Ka He sieht jedenfalls angesichts des weltweit grassierenden Übergewichts und seiner Folgen das Ergebnis der Studie als wichtigen Hinweis auf der Suche nach den Ursachen an.

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