Rapskernöl – ein Gesundbrunnen unter den Fetten?
Fett ist nicht gleich Fett
Fette sind für den menschlichen Körper unentbehrliche
Energielieferanten und enthalten die wichtigen fettlöslichen
Vitamine
A, D, E und K. Kleine Fettpolster bieten den inneren Organen
Schutz
und Halt, außerdem halten sie warm. Zu viel Fett wird
allerdings
schnell zur Belastung für den Organismus. Überdies ist
Fett nicht
gleich Fett: Die im Lebensmittelbereich angebotenen Fette
unterscheiden sich erheblich in ihrer Zusammensetzung und Wirkung.
Durch die Wahl gesunder Fette lässt sich sogar das Risiko für
Krankheiten erheblich senken.
Was ist Rapskernöl und wie wird es hergestellt?
Für den Nahrungsmittelbereich verwendete Ölquellen sind
Sojabohnen Kokosnüsse, Mais, Oliven, Erdnüsse, Färberdistel,
Ölpalmfrüchte, Baumwollsamen, Sonnenblumen- und eben Rapssamen. Die
Rapspflanze ist botanisch ein ca. 120 cm hoher Kreuzblütler mit
gelben Blüten und blaugrünen Blättern, der weltweit im gemäßigten
Klima angebaut wird. Die Samen dieser wichtige Ölpflanze bestehen zu
etwa 40 % aus Rapsöl, das ebenso industriell wie auch für den Bereich Ernährung weiterverarbeitet werden kann. Im Unterschied zu konventionellem Rapsöl wird zur Herstellung von Rapskernöl das Saatgut geschält, weil die harten Schalen ganzer Rapssamen zu hoher Reibungswärme in der Schneckenpresse führt.
Hohe Temperaturen von über 40 °Csind unerwünscht, da sie die im
Samen enthaltene Enzyme aktiviert. Auf diese Weise gelangen
unerwünschte freie Fettsäuren und Schleimstoffe (Phosphatide) in das
Öl. Durch die Schälung der Rapssaat wird die Reibungswärme deutlich
reduziert und ist somit qualitativ hochwertiger. Allerdings darf auch
herkömmlich hergestelltes Rapsöl die Aufschrift "kalt gepresst" tragen,
obwohl die Temperaturen bei der Verarbeitung ungeschälter Saat
wesentlich höher liegen.
Rapskernöl: vielseitig und schmackhaft
Rapsöl ist in der Küche vielseitig einsetzbar und eignet sich
besonders kalt für Salate und Marinaden, zum Schmoren und Braten bei
mäßiger Hitze, bei hochwertigem Öl auch bei kräftiger Hitze.
Rapskernöl schmeckt ist mild und leicht nussig.
Rapskernöl : Die gesunde Alternative
Der aktuelle Ernährungsbericht der DGE (Deutsche Gesellschaft für
ernährung e.V.) für das Jahr 2008 beschreibt die Ernährungssituation
in Deutschland und stellt aufgrund einer bundesweiten Studie zum
Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen in Deutschland der
Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts
(RKI) fest, dass „von Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis
unter 18 Jahren, gemessen an den in der Optimierten Mischkost
empfohlenen Lebensmittelmengen, zu wenig pflanzliche Lebensmittel,
insbesondere Gemüse, Obst, Brot, Kartoffeln und andere
kohlenhydratreiche Beilagen – und mit zunehmendem Alter zu viele
fettreiche tierische Lebensmittel verzehrt werden“. Deshalb spricht
die DGE unter anderem die Empfehlung aus: „Es sollten vermehrt Rapsöl
anstelle von anderen Ölen und Fetten im Haushalt und in der
Lebensmittelindustrie verwendet werden.“ Wegen ihres speziellen
Fettsäurenmusters empfiehlt sie Rapsöl besonders zum Braten und hebt
das günstige Verhältnis von n-6 (Linolsäure) zu n-3 Fettsäuren
(α-Linolensäure) aus. Das als besonders gesund geltende Olivenöl hat
demgegenüber nur einen geringen Anteil an Omega-3 Fettsäuren. Dies
sind mehrfach ungesättigte Omega-3 Fettsäuren, die als besonders
gesundheitsförderlich gelten, da sie den Triglyceridspiegel im Blut
senken. So haben sie einen günstigen Einfluß auf den
Cholesterinhaushalt und die Fließeigenschaften des Blutes. Das Risiko
für die gefürchteten Ablagerungen in den Blutgefäßen sinkt und das
Immunsystem gestärkt. Neben Rapsöl gelten auch Seefisch, Walnuss-,
Soja- und Leinöl als gute Quellen für n-3 Fettsäuren.
