Fisch in der gesunden Ernährung
Eiweiß, Jod, Fett und vieles mehr- das ist im Fisch
See- und Süßwasserfische sind ernährungsphysiologisch hochwertige
Lebensmittel. Sie haben einen hohen Gehalt an Eiweiß. Der menschliche Körper
braucht Aminosäuren aus der Nahrung, die er nicht selbst produzieren kann. 200
Gramm Fisch würden den Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen an tierischem
Eiweiß decken. Fische liefern zudem wertvolles Jod und Omega-3 Fettsäuren.
Besonders fettreicher Fisch liefert einen hohen Anteil dieser mehrfach
ungesättigten Fettsäuren. Im deutschen Fischsortiment stehen an erster
Stelle Hering in seinen verschiedensten Verarbeitungsformen, gefolgt von
Kabeljau und Seelachs. Der Seelachs, auch Köhler genannt, ist ein Verwandter
des Kabeljau und hat nichts mit dem Lachs gemein, der in Flüssen laicht und erst als Jungfisch in Meer wandert
Ein altes Sprichwort sagt , dass jemand "munter wie ein Fisch im Wasser" ist. Da
steckt viel Wahrheit drin, weil im Fisch die Nahrungseiweißbausteine
Tryptophan und Tyrosin enthalten sind. Tryptophan ist eine Vorstufe des
Serotonins, das für die Stimmungslage verantwortlich ist. Tyrosin hat die
Eigenschaft, die körperliche, seelische und mentale Leistungsfähigkeit des
Menschen zu stärken. Unsere Vorfahren kannten zwar diese Stoffe noch nicht,
wussten aber wahrscheinlich schon genau, wie gesund eine Fischmahlzeit
ist.
Fisch in der Küche
Fischfleisch hat wenig Bindegewebe. Es ist nicht so fest wie anderes Fleisch.
Dadurch wird es schneller verdaut. Der Nährwert ist relativ hoch, auch wenn das
Sättigungsgefühl nicht so lange anhält wie beim Verzehr des Fleisches von Rind
oder Schwein, Wild oder Geflügel. Zu empfehlen sind zwei Fischmahlzeiten pro
Woche, abwechselnd magerer und fetter Fisch. Mit Kräutern wie Dill,
Petersilie, Basilikum und Estragon oder mit exotischen Gewürzen zubereitet,
ist die Fischküche gesund und abwechslungsreich. Man kann Fisch sogar roh
verzehren, wenn man bedenkt, dass Fisch leicht verderblich ist und besondere
Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Das japanische Sushi ist dafür ein
bekanntes Beispiel.
Gesunde Omega-3-Fettsäuren
Es sind die Omega-3-Fettsäuren, die die Fische für unsere Ernährung so wertvoll
machen. Lachs, Makrele, Heilbutt und Hering haben einen besonders hohen Anteil
daran. Matjeshering sogar den höchsten Gehalt. Die mehrfach ungesättigten
Fettsäuren im Fisch wirken blutdrucksenkend: Wer regelmäßig fetteren Fisch
ißt, erspart sich die Einnahme blutdrucksenkender Medikamente.
Omega-3-Fettsäuren können nachweislich noch mehr: Die Fettsäuren aus dem
Fisch senken den Cholesterinwert im Blut. Der beste Schutz für Herz und
Blutgefäße, da Ablagerungen und Verkalkungen keine Chance haben. Regelmäßige
Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren senkt das Darmkrebsrisiko. Gesättigte
Fettsäuren, einfach ungesättigte und Omega-6-Fettsäuren aus Schlachttieren
wie Rind oder Schwein, stehen in Verdacht das Risiko an Darmkrebs zu erkranken zu
steigern.
Jod in der Ernährung
Das Jod ist ein wichtiger Baustein für die Hormone der Schilddrüse. 80 Prozent der
deutschen Bevölkerung sind mit Jod unterversorgt. Ein Teil leidet an den
verschiedensten Schilddrüsenerkrankungen. Jodmangel verursacht
Reizbarkeit, Lustlosigkeit und depressive Verstimmungen. Hamburger
Wissenschaftler fanden in einer Studie zwischen 1995 und 1998 heraus, dass
Jodmangel durch Seefischmahlzeiten ausgeglichen werden kann. Zwei
Mahlzeiten mit Seefisch decken ein Viertel des wöchentlichen Jodbedarfs eines
erwachsenen Menschen. Im Trinkwasser ist wenig Jod nachweisbar, auch in
Pflanzen gibt es kaum Jod. Die Böden sind jodarm. Die Ursachen dafür liegen sehr
weit zurück: In der letzten Eiszeit, der Weichseleiszeit, sind
Jodverbindungen aus Gesteinen und Erden in die Meere gespült worden. Das
erklärt auch den hohen Jodgehalt in Meeresfischen, anderen Meerestieren und
Algen. Fische mit dem höchsten Jodgehalt sind Äsche, Schellfisch, Seelachs,
Scholle, Dorsch, Katfisch, Rotbarsch und Makrele. Fischkonserven,
marinierten Fische und Tiefkühlfische enthalten ebenso viel Jod wie
Frischfisch: Jod geht bei der Verarbeitung des Fisches also nicht verloren. Jod
kann nicht überdosiert werden: Zu viel mit der Nahrung aufgenommenes Jod wird
über die Nieren wieder ausgeschieden.
Vitamine und Mineralstoffe im Fisch
Im Fisch sind die fettlöslichen Vitamine A und D in nicht geringen Mengen
enthalten. Ein Mangel an Vitamin A führt zum Beispiel zur Nachtblindheit.
Vitamin D-Mangel ist eine Ursache für die Entkalkung der Knochen, was wiederum
die Wahrscheinlichkeit von Knochenbrüchen erhöht. Der Bewegungsapparat wird
geschädigt und der betroffene Mensch hat Schmerzen in den Knochen. Aus der
Gruppe der B-Vitamine findet man B1, B2, B6, B12, Niacin, Biotin und
Panthothensäure. An Mineralstoffen sind nachweisbar: Kalium, Phosphor,
Eisen und das Anti-Stress-Mineral Magnesium. Eine Studie in Boston (USA)
ergab, dass Menschen mit Vitamin-D-Mangel häufiger an Knieproblemen leiden
als Menschen mit einer guten Versorgung mit Vitamin-D. Häufiges Essen von
Seefisch behebt diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
Fischesser sind auch seltener von Osteoporose und Rachitis betroffen. Auch bei
rheumatischen Erkrankungen, Knochenerkrankungen und Zahnproblemen
schützen die Inhaltsstoffe in Fischen. Es ist bekannt, dass die
Arachidonsäure, die in vielen Lebensmitteln enthalten ist, die Bildung von
Stoffwechselprodukten anregt, die die Entzündung von Gelenken fördern und
rheumatische Schmerzen verursachen. Omega-3-Fettsäuren aus Fisch
verdrängen Arachidonsäure aus den Körperzellen und bekämpfen entzündliches
Rheuma. An Rheuma Erkrankte, die mehrmals in der Woche Seefisch essen,
benötigen ein Viertel weniger Rheuma-Medikamente als andere Patienten, die
keinen Fisch verzehren. Kinder und Jugendliche sollten ebenfalls öfter eine
Fischmahlzeit einnehmen, um die sich entwickelnden Knochen und Muskeln zu
stärken. Gerade auch, um die Fastfood-Mahlzeiten, die leider oft ein
vollwertiges Mittagessen ersetzen sollen, auszugleichen.