Schlank durch Schlaf
Der Zusammenhang zwischen Schlaf und Gewicht
Dem Schlaf könnte eine wesentliche Bedeutung beim Halten
eines gesunden Körpergewichts zukommen. Nach neueren
Forschungsergebnissen, die auf der 105. Internationalen Konferenz
der „American Thoracic Society“ am 17. Mai 2009 in San Diego
präsentiert wurden, bestehen überraschende Zusammenhänge zwischen
Body Mass Index (BMI) und der Länge und Qualität des Schlafes.
Im Rahmen eines kardiologischen Gemeinschaftsprojektes am
Walter Reed Army Medical Center untersuchte eine Forschergruppe
Schlaf, Aktivität und Energieverbrauch an 14 Krankenschwestern aus
der dortigen Belegschaft. Die Studie bezog sich sowohl das
Schlafverhalten als auch den Kalorienverbrauch, die körperliche
Bewegung und das Stressaufkommen. Diese Faktoren wurden bei den
Probandinnen anhand einer Armbinde gemessen, die alle körperlichen
Aktivitäten, Körpertemperatur und weitere Indizes der Tätigkeits-
und Ruhephasen aufzeichnete.
Kurzschläfer neigen zu höherem Gewicht, obwohl sie aktiver sind
Bei der Analyse der erhobenen Daten wurden die Teilnehmerinnen
grob in „Langschläfer“ mit durchschnittlich mehr als 6 Stunden
Schlaf pro Nacht und „Kurzschläfer“ mit weniger als 6 Stunden
Schlaf eingeteilt. Dabei stellte sich heraus, dass die
Kurzschläfer tendenziell einen höheren BMI, nämlich 28,3 (kg/m2)
hatten, im Gegensatz zu einem durchschnittlichen BMI von 24.5 der
Langschläfer. Die Kurzschläfer hatten zudem einen weniger
effizienten Schlaf, d.h. sie zeigten größere Schwierigkeiten beim
Einschlafen und Durchschlafen.
Die besondere Überraschung lag darin, dass die
übergewichtigen Personen mit weniger Schlaf deutlich mehr
Aktivität entfalteten als die Normalgewichtigen, z.B. machten sie
knapp 14.000 Schritte pro Tag im Vergleich zu 11.300 bei den
Normalgewichtigen, was beinahe 25 % Unterschied entspricht, und verbrauchten täglich fast 1000 Kalorien mehr, nämlich 3064 im Gegensatz zu 2080. Trotzdem schlug sich dieser höhere Energieverbrauch nicht in einer Reduktion des Gewichts nieder.
Stress kann sowohl die Schlafqualität als auch das Essverhalten beeinflussen
Bei Studienleiter Dr. Arn Eliasson haben diese Ergebnisse Interesse an weiterer Erforschung der Verbindungen zwischen Schlaf und Gewicht geweckt- er möchte in künftigen Untersuchungen genauer herausfinden, wodurch die Gewichtsunterschiede bedingt werden.
Er vermutet zunächst, dass das natürliche hormonelle Gleichgewicht des Körpers durch zu wenig Schlaf gestört sein könnte, und dass z.B. der Pegel des Sättigungshormons Leptin verringert sein könnte, wodurch sich ein gesteigertes Verlangen nach Essen erklären ließe.
Außerdem kann Stress sich sowohl auf den Schlaf als auch die Nahrungsaufnahme in mehrfacher Hinsicht auswirken. Denn zum einen kann Stress die Schlafqualität und -dauer vermindern. Zum anderen bewirkt Stress, dass ein Mensch schlechter organisiert handelt, so dass er hektischer agiert und für eine Tätigkeit mehr Aktivität entfalten muss als im Normalzustand. Solche übermäßige Aktivität kann wiederum zu unkontrollierter Nahrungsaufnahme in Form von Stressessen führen, was auch noch zur Gewichtszunahme beiträgt.
Nach Ansicht Eliassons wäre es aufschlussreich, im Rahmen einer gründlichen Untersuchung die vielen Einflüsse auf die Gewichtszunahme zu ermitteln, in der als zusätzliche Parameter auch hormonelle Faktoren und ihr Einfluss auf Appetit und Stoffwechsel erforscht würden.
Er plant nunmehr weitere Studien, um auch die Wirkungen von Stress auf Schlaf und Stoffwechselfunktionen zu beurteilen.
Quelle: American Thoracic Society's International Conference, San Diego, May 15-20, 2009. News release, American Thoracic Society.
