Risiko Fruchtzucker

Jeder möchte sich gesund ernähren. Sicher sind Menschen darum so empfänglich für Werbung die eine: „Gesunde Ernährung verspricht“. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung hilft; gesund, attraktiv und leistungsfähig zu bleiben. Der neuste Trend einiger Nahrungsmittelfirmen ist es, den angeblich schlechten Kristallzucker gegen gesunden Fruchtzucker auszutauschen. Geworben wird mit der: „natürlichen Süße aus Früchten“. Ist Fruchtzucker aber wirklich so gesund? Oder birgt er auch Risiken?

Wie viele Dinge, so hat auch der Fruchtzucker eine positive und eine negative Seite. Wer den Fruchtzucker richtig beurteilen möchte, muss sich beide Seiten anschauen. Zu den wichtigsten Grundbestandteilen unserer Ernährung, gehören neben Proteinen und Fetten, die Kohlenhydrate (Zucker). Der Fruchtzucker (Fruktose) gehört zu den Monosacchariden (Einfachzucker). Fruktose ist ein Energieträger, dient als Zellbaustein und ist wichtig für den Stoffwechsel. Natürlichen Fruchtzucker findet man in Früchten und Honig. Industriell erzeugter Fruchtzucker hingegen, wird aus Maisstärke gewonnen.
Positive Bedeutung hat Fruchtzucker für Diabetiker. Denn der Blutzucker, steigt beim Verzehr von Fruchtzucker, deutlich langsamer an, als beim Verzehr von Rohr- und Rübenzucker. Deshalb wird Fruchtzucker in Diabetikerprodukten zum Süßen verwendet.
Fruchtzucker wird allerdings nie vollständig aus der Nahrung aufgenommen. Bei verschiedenen Menschen, wird der Fruchtzucker unterschiedlich schnell im Darm resorbiert. Das liegt mit daran, dass Fruchtzucker ohne Energieaufwand, vom Körper aufgenommen wird. Im Gegensatz zur Glukose. Die unterschiedliche Resorption von Fruchtzucker, kann bei Kleinkindern zu einer Osmotischen Diarrhöe führen. Kinder und Erwachsene können mit der Verdauung von Fruchtzucker ihre Probleme bekommen. Denn rund 20 bis 30 % der europäischen Bevölkerung leiden unter einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit. Während die Laktose Intoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit) relativ gut bekannt ist, wird die Fruchtzucker-Unverträglichkeit oftmals nicht erkannt. Ein Grund dafür ist, das Früchte und Fruchtzucker als „gesunde Kost“ gelten. Symptome wie: Gereiztheit, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel, Atemnot, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Depressionen können ihren Auslöser in einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit haben. Der Arzt kann eine Fruchtzuckerunverträglichkeit durch eine „Wasserstoff-Atemgas-Analyse“ feststellen.
Mittlerweile wird Fruchtzucker auch Produkten zugemischt, die früher mit Haushaltszucker (Rübenzucker) gesüßt wurden. Eine wissenschaftliche Studie in den USA, hat analysiert was bei einer zu fructosereichen Ernährung passiert. Die Blutzuckerwerte steigen zwar nicht an, dafür aber die Blutfettwerte. Dabei schneiden die Männer schlechter ab, als die Frauen. Bei den Männern stiegen die Werte an Cholesterin und Triglyceriden, bis zu 32 % über den Wert von Normalköstlern an. Erhöhte Blutfettwerte begünstigen Herz-Kreislauf Erkrankungen bis hin zum Schlaganfall.
Die Blutfettwerte von Frauen stiegen überhaupt nicht oder nur leicht an. Vermutet wird, das die weiblichen Geschlechtshormone in den Stoffwechsel eingreifen und verhindern das Fructose die Blutfettwerte ansteigen lässt. Hier wird weitere Forschungsarbeit nötig sein.
Negativ ist auch, dass Fruchtzucker kein Sättigungsgefühl auslöst. Dies könnte eine Erklärung dafür sein, das Mäuse, die in einem Versuch Fructoselösung zu trinken bekamen, an Gewicht zugelegt haben. Dieser Versuch wurde von Forschern um Matthias Tschöp von der Universität in Cincinnati vorgenommen. Im Gegensatz zu den Tieren die nur Wasser zu trinken bekamen, senkten die Versuchstiere zwar ihre Kalorienzufuhr und fraßen weniger. Sie nahmen im Gegensatz zu Mäusen, die mit Haushaltszucker gesüßte Getränke oder nur Wasser zu trinken bekamen, aber sichtbar zu. Der Körperfettwert stieg bedeutsam an und die Leber verfettete sichtbar. Bei Ratten wurde, im Versuch, auch ein Frühstadium des Diabetes Typ2 festgestellt.
Es ist nicht vorteilhaft, Menschen durch übersüßte Nahrungsmittel zu beeinflussen. Übersüßte Puddings und Softdrinks, lassen normales Obst regelrecht ungesüßt und fad erscheinen. Die Geschmacksnerven lassen sich gerne durch zu viel Süßes verführen. Ein zuviel an Zucker ist aber nie gesund. Auch zuviel Fruktose, wird im Körper in Fett umgewandelt.
Niemand muss nun Panik vor dem Genuss von Obst zu haben. Der Fruchtzuckergehalt in Obst ist gering und liegt deutlich unter dem Wert von Fructosegesüßten Lebensmitteln. In den Apfel darf man also weiterhin herzhaft Hineinbeißen.

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