Orlistat steht im Verdacht, Leberschäden zu verursachen

Das zur Adipositas-Behandlung in den USA hergestellte Mittel Orlistat wird dort rezeptpflichtig unter den Handelsbezeichnungen Xenical und rezeptfrei als Alli vertrieben. Es wird seit 1999 zur Diätbegleitung verschrieben, um dem so genannten Jojo-Effekt, der erneuten Zunahme nach Gewichtsabnahme, entgegenzuwirken. Inzwischen sind die Präparate in über 100 Ländern zugelassen, im Januar 2009 wurde auch eine nicht verschreibungspflichtige Version auf dem EU-Markt eingeführt.
In insgesamt weltweit 32 Fällen seit 1999 berichteten Patienten, die Orlistat einnahmen, von Leberschäden, die in 6 Fällen sogar bis zum Leberversagen führten. 27 von ihnen mussten wegen der Leberleiden stationär behandelt werden.
Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat daraufhin die Präparate einer Analyse unterzogen und untersucht derzeit mögliche Zusammenhänge der Medikamenteneinnahme und der aufgetretenen Leberleiden. Sie weist darauf hin, dass sich bislang der Verdacht nicht bestätigt hat, sondern gibt bis zum Abschluss der Untersuchung vorerst keine Warnung vor den Medikamenten aus. Patienten sollten die Präparate weiter einnehmen wie Packungsbeilage oder ärztliche Empfehlung vorsehen, bis gegebenenfalls die FDA nach Abschluss ihrer Analyse zu einem anderen Ergebnis kommt. Die Erkenntnisse werden auf ihrer Homepage sobald wie möglich veröffentlicht.
Symptome für Leberleiden können Müdigkeit und Erschöpfungszustände, bräunlich verfärbter Urin, gelbliche Haut, Fieber, Appetitlosigkeit und Erbrechen sein. Wer diese Anzeichen an sich feststellt, sollte unverzüglich einen Arzt aufsuchen und ihn über die Einnahme von Orlistat unterrichten.