Ausdauertraining mit dem Herzfrequenzmessgerät
Immer mehr Menschen steigern ihre körperliche Fitness heutzutage mit
Ausdauertraining und greifen dabei auch gerne zu Modeerscheinungen wie
die des Nordic Walkings. Oft wird ihnen beim Kauf der Stöcke oder sonstigen
Sportzubehörs ein Herzfrequenzmessgerät ans Herz gelegt und suggeriert,
Ausdauersport wäre ohne dieses einfach unproduktiv und von wenig Erfolg
gekrönt. Doch welche Rolle spielt ein solches Gerät wirklich beim Training
und ist es ein Muss für jeden Sportler?
Die Herzfrequenz beim Sport
Entscheidend für ein erfolgreiches Training mit optimalem Trainingseffekt und einer
Leistungssteigerung ist die richtig gewählte Belastungsintensität, die
weder zu niedrig, noch zu hoch sein sollte. Da mit höherer Intensität des
Trainings eine höhere Herzfrequenz einher geht, ist diese also lediglich ein
Indikator für die Belastungsintensität. Die maximale Herzfrequenz (HFmax) zeigt
demnach die maximale Leistungsfähigkeit an und ist somit für die
Trainingssteuerung von Belang. Die maximale Herzfrequenz lässt sich am
leichtesten und sichersten durch eine Ergometrie beim Arzt feststellen, bei
der man sich richtig ausbelasten sollte. Kennen Sie ihre maximale Herzfrequenz
nicht, so ist das Training nach der Atmung einfacher. Kann man unter
Ausbelastung keinen kompletten Satz mehr sprechen, ohne zwischendurch Luft zu
holen, ist dieser schon erreicht.
Fakoren welche die Herzfrequenz beinflussen
Die Herzfrequenz bei einem Menschen unterliegt einigen Faktoren, die sie
beeinflussen und somit schwanken lassen. In erster Linie ist das die
Umgebungstemperatur. Bei hohen Temperaturen bringt der Körper vermehrt
Energie auf, um die Temperatur des Körpers zu regulieren. Die Folge ist ein
gesteigerter Puls in Ruhe. Dasselbe Ergebnis kann schlechte
Sportbekleidung erzeugen, bei der es auch zu einem Hitzestau kommen
kann.
Wichtig ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr während des Trainings,
damit der Körper keine Dehydrierung erleidet, infolge derer der er unter
erhöhter Herzfrequenz das zu dicke Blut zu kompensieren versucht.
Für den Breitensportler weniger relevant, aber dennoch zu erwähnen ist die
Höhenlage, die dasselbe Ergebnis zur Folge hat und ein
Übertrainingszustand, bei dem die Herzfrequenz bei einer gewohnten
Belastung niedriger liegt als sonst.
Mythen, die sie vergessen sollten
Zur Berechnung einer optimale Trainings- Herzfrequenz kursieren einige
Formeln wie beispielsweise „180 minus Lebensalter“ oder „220 minus
Lebensalter, davon 70 %“. Derartige Formeln nützen allerdings wenig, da
hier die individuelle Herzfrequenz und die körperliche Verfassung eines
jeden nicht berücksichtigt werden. Jeder Mensch hat seine persönliche
Herzfrequenz in Ruhe und auch unter Belastung. Daher wäre es fatal von einer
bestimmten Herzfrequenz auf eine entsprechende Leistungsfähigkeit und
Trainingszustand zu schließen.
Ebenfalls vergessen sollte man den sogenannten Fettverbrennungspuls, unter dem man angeblich das meiste Fett
verbrennen kann. Einzig und allein eine negative Energiebilanz ist für die
Körpergewichtsreduktion notwendig. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob
und wie viel Fett während des Trainings verbrannt wird, sondern wie viel
Fett der Körper während des ganzen Tages verbrennt. Weitere Informationen
dazu erhalten sie im Artikel:
Herzfrequenz und Fettabbau – der Fettverbrennungspuls
Die Kontrolle der Herzfrequenz durch ein Herzfrequenzmessgerät kann ein
Anhaltspunkt zur Steuerung des Trainings sein zur Beobachtung der
Trainingsfortschritte dienen. Wichtig ist dennoch die Kenntnis der
persönlichen maximalen Herzfrequenz, die Voraussetzung für die
Ausrichtung des Trainings ist.
Weiter: Bestimmen der maximalen Herzfrequenz (HFmax) im Selbsttest
Buchtipps
Power durch Pulstraining. Die effektive Methode für gesunde Fitness
Richtig Trainieren mit der Pulsuhr
Beiträge aus unserem Forum
Puls